Seit dem vergangenen Wochenende hängen die Parteien im ganzen Land ihre Wahlplakate auf. Köpfe, Slogans, Versprechen. Dazu die üblichen lächelnden Kandidaten, die dem vorbeifahrenden Autofahrer in ein paar Sekunden erklären wollen, warum ausgerechnet sie die richtige Wahl sind.

Das ist ambitioniert, denn die Probleme des Landes brauchen deutlich länger als ein paar Sekunden. Kommunen kämpfen mit klammen Kassen, Schulen mit Lehrermangel, Unternehmen mit fehlenden Fachkräften, die Pflege mit Nachwuchsproblemen. Dazu kommen marode Infrastruktur, Wohnungsnot und die Frage, wie MV wirtschaftlich endlich aufholen kann. Alles ist kompliziert, also muss es auf dem Plakat einfach sein.

Die CDU fischt in der politischen Mitte

„Die Mitte ist das Beste“, plakatiert die CDU. Dazu gibt es ein Fischbrötchen. Die Botschaft ist schnell verstanden. Die Mitte ist gut, die Ränder schlecht, der Hering steckt dazwischen. Das ist Politik in lecker.

Man muss es den Christdemokraten lassen, das Fischbrötchen passt zu Mecklenburg-Vorpommern. Es ist regional, unkompliziert, schnell verzehrt und verlangt keine komplizierte Entscheidung. Matjes oder Bismarck, Zwiebel drauf, Deckel zu, fertig. Und für die CDU ist die Sache klar: Die Mitte ist das Entscheidende. Nur leider beginnt genau dort das Problem.