Wer dieser Tage eine Tafel Ritter Sport aus dem Regal nimmt, hält womöglich einen Sticker in der Hand, der aussieht wie ein Preisschild. Oben links, dort, wo die Marke sonst wirbt, steht eine nüchterne Zahl: 100 g.Der Aufkleber lässt sich abziehen. Darunter kommt ein Satz zum Vorschein, den Ritter Sport gerade loswerden muss: der Hinweis auf den zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakaobezug.Über die Klebeaktion berichtete zuerst das Nachrichtenportal t-online.

EmpCo: Ab 27. September gelten neue Regeln für grüne Werbung

Der Grund liegt in Brüssel. Die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 legt fest, was Unternehmen Verbrauchern über Umwelt und Nachhaltigkeit versprechen dürfen. Verbindlich gilt sie ab dem 27. September 2026, in Deutschland umgesetzt über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.Wörter wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ sind von da an nur noch erlaubt, wenn sie belegt und überprüfbar sind. Wer vage wirbt, riskiert Abmahnungen.Verboten sind dann auch Nachhaltigkeitssiegel ohne anerkanntes Zertifizierungssystem dahinter und Aussagen zur Klimaneutralität, die allein auf gekauften Kompensationszertifikaten beruhen.

Betroffen ist auch Ware, die längst im Regal liegt und über den Stichtag hinaus haltbar ist. Deshalb der Zeitdruck bei den Folien.Auf den neuen Verpackungen steht künftig „ohne Zusatz von Aromen“, wie der Hersteller aus dem schwäbischen Waldenbuch dem Nachrichtenportal t-online mitteilte. Bis die neuen Folien laufen, wird der alte Schriftzug überklebt, damit bedrucktes Material nicht im Müll landet.Am Einkauf des Rohstoffs ändert das nichts. Nach eigenen Angaben bezieht Ritter Sport seit 2018 ausschließlich zertifizierten Kakao. Verschwunden ist die Werbeaussage, nicht das Zertifikat.