Nicht mit Gewehren, sondern mit Anhängern und Traktoren sind viele Jäger in diesen Tagen unterwegs. Sie transportieren in großen Güllefässern oder randvoll gefüllten IBC-Containern Wasser in den Wald, um die Wildtiere zu versorgen. Besonders von der Trockenheit betroffen sind Südthüringen, Nordsachsen und große Teile Brandenburgs. Hier liegt der letzte Regentag oft schon mehr als drei Wochen zurück, die Erde ist ausgetrocknet, die Quellen sind versiegt und die Böden der einstigen Schlammgruben sind steinhart.
Die Situation sei noch nicht so dramatisch wie im Dürresommer 2018, sagt der Sprecher des deutschen Jagdverbandes, Torsten Reinwald, der Ostdeutschen Allgemeinen. Allerdings gäbe es große regionale Unterschiede. Das bestätigt auch Silvio Anders vom Thüringer Jagdverband, zumal sich die Tierwelt sehr gut auf die heißen Sommer eingestellt habe. „Das Wild ruht tagsüber an schattigen Stellen in feuchten Kuhlen. Es meidet die trockenen, heißen Nadelholzwälder und ist vor allem im Mischwald anzutreffen“, so Anders. Dort gäbe es vereinzelt auch noch Wasserlöcher, die unter dem Schutz der Blätterdächer nicht ausgetrocknet seien.
Mit Teichmatten gegen die Trockenheit
An anderer Stelle werden die Jäger erfinderisch. Sie bewässern die Suhlen künstlich. Wildschweine und auch das Rotwild nutzen die Schlammlöcher vor allem, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Es werden große, teils selbstgebaute Tränken aufgestellt. Einige Jäger haben eigene Teiche in ihren Revieren angelegt. Andere nutzen Teichmatten, um das Versickern von Wasser zu verhindern. Das alles kostet viel Geld und ist schließlich „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Jagdverbandssprecher Anders.







