Ottershofen (dpa) - Erst schlagen Flammen aus zwei Ställen, dann erschüttert eine heftige Explosion den Löscheinsatz: Bei einem Großbrand in Ottershofen im südlichen Baden-Württemberg sind 13 Menschen verletzt worden, die Ställe und ein unbewohntes Wohnhaus brannten größtenteils ab. Der Schaden liegt nach Polizeiangaben bei rund 2,5 Millionen Euro.Elf Feuerwehrleute und ein Anwohner, der die Löscharbeiten unterstützte, erlitten durch die Explosion gelagerter Gasflaschen ein Knalltrauma. Ein weiterer Feuerwehrmann verletzte sich am Fuß. Durch die Explosion wurden zudem mehrere Wohn- und Nutzgebäude in der Nachbarschaft teils erheblich beschädigt. Insgesamt verendeten 22 Kühe und 4 Kälber in den Flammen.Setzte Funkenflug zweiten Stall in Brand?Die Einsatzkräfte waren am Mittwochabend zunächst zu einem brennenden Stall gerufen worden. Rund 45 Minuten später wurde in etwa 100 Metern Entfernung ein weiterer Brand gemeldet. Während sich im ersten Gebäude keine Tiere befanden, starben die Tiere im zweiten Stall. Nach bisherigen Erkenntnissen fing das erste Stallgebäude wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer. Das zweite Gebäude geriet vermutlich durch starken Wind und Funkenflug in Brand. Die Brandermittler des Polizeireviers Ravensburg untersuchen die Ursache weiter.Löschwasser in GüllefässernInsgesamt waren rund 350 Einsatzkräfte vor Ort. Landwirte unterstützten die Arbeiten, indem sie zusätzliches Löschwasser herankarrten, das sie in Güllefässern transportierten. Ein Bagger zog in der Nacht die Brandherde auseinander, damit die Feuerwehr letzte Glutnester erreichen konnte. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden, anschließend liefen Nachlöscharbeiten weiter. Anwohner mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen und wurden vom Rettungsdienst betreut. Im Laufe der Nacht konnten sie zurückkehren. Die Stromversorgung, die während des Brandes ausgefallen war, wurde am nächsten Vormittag wiederhergestellt.© dpa-infocom, dpa:260812-930-521517/3