Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 16 Millionen Euro erzielt. Der Vorstandsvorsitzende Kay Wolf sprach auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten von einem soliden Ergebnis in einem anhaltend volatilen Marktumfeld. Im Vorjahreszeitraum hatte der Rückzug aus den Vereinigten Staaten einen Sonderaufwand in der Risikovorsorge verursacht, der zu einem Verlust von 249 Millionen Euro geführt hatte. Nun sieht Wolf die PBB, die aus den Überresten der nach der Finanzkrise abgewickelten Hypo Real Estate (HRE) hervorgegangen ist, im Umbau auf einem guten Weg.Das Neugeschäft wächst nach seinen Worten deutlich, nachhaltig und profitabel. Im ersten Halbjahr legte es gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu. Wolf verwies darauf, dass die Bank damit doppelt so stark gewachsen ist wie der Gesamtmarkt. Für das Gesamtjahr plant der Vorstand der in Garching, im Norden von München, sitzenden Bank unverändert ein Neugeschäftsvolumen von 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung des voranschreitenden Abbaus des US-Geschäfts strebt die PBB zum Jahresende ein Finanzierungsvolumen von 27 Milliarden Euro an. Ende Juni lag es bei 26,8 Milliarden Euro.Wolf hob hervor, dass der Anteil des Neugeschäfts in den vom Vorstand als Wachstumsfelder ausgewählten Bereichen schon bei knapp einem Viertel liegt. Dazu zählen Hotels, Altenheime ‌und Studentenwohnungen, mit denen das wegfallende US-Geschäft wettgemacht ⁠werden soll. Noch klein ist das Finanzierungsgeschäft mit Datenzentren. Nach Angaben von Wolf hatte es einen Anteil von weniger als 50 Millionen Euro am Neugeschäft. Auch in der Diversifikation der Erträge sieht der PBB-Chef Fortschritte. Die Sparte Real Estate Investment Solutions, die Anlageprodukte für institutionelle Investoren anbietet, baute im zweiten Quartal ihre operativen Erträge auf 14 Millionen Euro aus nach elf Millionen Euro in den ersten drei Monaten.„Wir jagen nicht das Tagesgeld“Zum Gewinn im zweiten Quartal von insgesamt zehn Millionen Euro steuerte die Fondssparte zwei Millionen Euro bei. Der Grundstock für diese Sparte wurde im vergangenen Jahr mit der Übernahme des Immobilieninvestors Deutsche Investment gelegt, der ein verwaltetes Vermögen von drei Milliarden Euro mitbrachte. Diese erhöhten sich zwischen Ende März und Ende Juni auf 3,1 Milliarden Euro. Der Vorstand strebt mittelfristig ein verwaltetes Vermögen von vier bis sechs Milliarden Euro an.Deutlich gesunken ist in den ersten sechs Monaten die Risikovorsorge: Mit 13 Millionen Euro machte sie nur noch einen Bruchteil des Volumens im Vorjahreszeitraum von 323 Millionen Euro aus. In den USA mussten keine zusätzlichen Rückstellungen für drohende Kreditausfälle gebildet werden. Wann die PBB wieder eine Dividende zahlen werde, ließ Wolf offen. Er hält eine Aussage dazu nach der ersten Jahreshälfte für verfrüht. In der Finanzierung setzt die Bank auf Pfandbriefe. Diese hätten einen Anteil von 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent würden jeweils zur Hälfte über Einlagen von Privatkunden sowie über den Kapitalmarkt finanziert. „Wir jagen nicht das Tagesgeld“, betonte Wolf.