Im Greifswalder Bodden treibt aktuell ein toter Wal umher. Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns unter Minister Till Backhaus am Donnerstagnachmittag mitteilte, habe eine Mitarbeiterin des Deutschen Meeresmuseums nach einer Sichtung „inzwischen den Tod des Tieres festgestellt“.Den Angaben zufolge sei der regionalen Wasserschutzpolizei bereits am Morgen gemeldet worden, dass ein lebloser Wal im Greifswalder Bodden treibt. Umweltminister Backhaus zeigt sich „betrübt“ Umweltminister Backhaus dankte dem Team der Wasserschutzpolizei und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee, die nach der Sichtung mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz waren, sowie dem Deutschen Meeresmuseum für die Untersuchung des Tieres.Mehr Tiere bedeuten offenbar auch mehr Irrläufer, die in die Ostsee einschwimmen.Umweltminister Till Backhaus„Dennoch betrübt es mich, dass wir nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee feststellen müssen, dieses Mal direkt in den Hoheitsgewässern des Landes“, so Backhaus. Archivbild. Umweltminister Till Backhaus am 28. April 2026 in Kirchdorf auf der Insel Poel, wo Buckelwal „Timmy“ gestrandet war. © dpa/Jens Büttner Man wolle das Tier demnach obduzieren, um zu erfahren, „woran solche hier nicht heimischen Tiere in unseren Gewässern sterben und vielleicht, warum sie überhaupt in das für sie nicht geeignete, teils sogar lebensfeindliche Umfeld einschwimmen“. Backhaus ergänzte: „Mehr Tiere bedeuten aber offenbar auch mehr Irrläufer, die in die Ostsee einschwimmen.“ Um weiteren Strandungen entgegenzuwirken, müsse man zwingend „mehr über diese Tierart erfahren“. Toter Wal soll zur Obduktionsstelle geschleppt werden Bereits vor der Untersuchung des Wals berichtete eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums, dass das Tier rund sieben Meter lang sein soll. Um welche Walart es sich handelt, sei allerdings noch unklar.Später bestätigte die Sprecherin, dass das Tier nun von einem Schiff zur kleinen Insel Dänholm geschleppt werden soll. Im dortigen Nautineum, einer Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums, soll es demnach obduziert werden, hieß es weiter. Wal wurde zuvor mehrfach in Ostsee gesichtet In den vergangenen Tagen war immer wieder ein Wal in der Ostsee vor der deutschen und später der polnischen Küste gesehen worden. Ob es sich bei dem jetzt gefundenen Tier und bei den Sichtungen um dasselbe Tier handelt, sei bisher unklar, sagte ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums.Der vor Polen gesichtete Wal wurde vor dem Badeort Miedzyzdroje entdeckt. Nachdem die polnische Wasserrettung WOPR die Umweltschutzorganisation WWF Polen informiert hatte, untersuchte diese das Tier mithilfe Patroullienbootes. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde sei das Tier mehr als sechs Meter lang gewesen.„Es war ein Wal, aber wir können nicht sagen, welche Art es war oder ob es sich um das gleiche Exemplar handelt, das in Deutschland gesichtet wurde“, sagte ein WWF-Sprecher nach der Sichtung in Polen.Im Frühjahr war an der deutschen Ostseeküste mehrfach ein Buckelwal gestrandet. Das von vielen Menschen „Timmy“ genannte Tier wurde in einer umstrittenen, aufwendigen Aktion in die Nordsee transportiert, wenige Tage später jedoch tot vor der dänischen Insel Anholt angespült. (mira, dpa)