Treuchtlingen (dpa) - Nach dem Verdacht auf einen Sprengstofffund im fränkischen Treuchtlingen hat die Polizei Entwarnung gegeben. Bei dem gefundenen Gegenstand habe es sich nicht um einen Sprengkörper gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass der Gegenstand bewusst als Attrappe platziert worden war. „Der Gegenstand sieht schon so aus, als wäre er absichtlich dort abgelegt worden“, sagte Polizeisprecher Michael Konrad. Es bestehe der Verdacht, dass auch bewusst eine Ähnlichkeit mit einem Sprengsatz herbeigeführt worden sei.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Gegenstand wurde geröntgtDer Gegenstand war gegen 8.30 Uhr von einem Techniker im Gleisbett südlich des Bahnhofs der Stadt gefunden worden. Ein Entschärfer-Team der Bundespolizei hatte den Gegenstand am Donnerstagvormittag geröntgt, konnte danach aber keine Entwarnung geben. Zwischenzeitlich wurden sogar „vorsichtshalber einige unmittelbar betroffene Gebäude“ geräumt. Elf Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.Bei einer zweiten Untersuchung wurde der Gegenstand mit Hilfe eines Roboters angehoben. Die letzte Röntgenaufnahme habe ergeben, dass in dem Gegenstand kein Sprengstoff enthalten sei.Genauere Angaben zur Beschaffenheit und zum Erscheinungsbild des Gegenstandes machte Konrad nicht. Er bestätigte auch nicht Berichte, wonach es sich um ein „Päckchen“ gehandelt habe. Die Ermittlungen habe die Kriminalpolizei in Ansbach übernommen. Über einen politischen Hintergrund gebe es derzeit keinerlei Erkenntnisse.Es gab größere Absperrungen. Felix Kirberg/dpaEin dpa-Reporter vor Ort berichtete von einem großen Blaulicht-Aufgebot bestehend aus Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Der Bereich um die Fundstelle war weiträumig abgesperrt, Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Allein die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge rund 100 Kräfte im Einsatz, darunter Sprengstoffexperten und Spurensicherer. Die Sperrung für Passanten und Anwohner im Umkreis von etwa 100 Metern um die Fundstelle wurde laut Polizei schrittweise wieder aufgehoben.Zugverkehr war noch länger eingestelltDer Zugverkehr war komplett zum Erliegen gekommen, auch nach der Entwarnung war die Bahnstrecke zuerst noch gesperrt. Die Kriminalpolizei sicherte im Gleisbereich noch Spuren, die Bahnstrecke wurde gegen 14.30 Uhr wieder freigegeben.Betroffen waren laut Bahn im Nahverkehr die RB 16, der RE 16 und der RE 60. Die Fahrten der Regionalzüge endeten vorzeitig an geeigneten Bahnhöfen, ein Ersatzverkehr mit Bussen und Großraumtaxen war eingerichtet. Die Züge des Fernverkehrs fuhren über Ingolstadt.Treuchtlingen hat rund 13.000 Einwohner und liegt zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Die Stadt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt für den Regionalverkehr im südlichen Mittelfranken und im nördlichen Oberbayern. Die Schnellfahrstrecke Nürnberg-Ingolstadt verläuft aber weiter östlich. Entsprechend waren die meisten ICE-Verbindungen zwischen München und Nürnberg nicht betroffen.© dpa-infocom, dpa:260813-930-523423/8