PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMundsburg Tower„Nicht logisch nachvollziehbar“ – Kritik an Ausgaben für Flüchtlingswohnen im HochhausStand: 15:11 UhrLesedauer: 2 MinutenBlick auf die Wohn- und Geschäftstürme an der Mundsburg im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd. In einem bringt die Stadt Geflüchtete unter.Quelle: Pressebild.de/Bertold FabriciusDie Unterbringung von Geflüchteten im Hamburger Mundsburg Tower kostet die Stadt deutlich mehr als reguläre Unterkünfte. Das befeuert die Debatte um das Hochhaus-Projekt. Zudem kritisiert die Opposition, dass die Ausgaben weit über den Mieten im Haus liegen.Die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Hamburger Hochhaus hat den Steuerzahler im vergangenen Jahr rund 7,9 Millionen Euro gekostet – für 77 Wohnungen und einige Gewerbeflächen, die als öffentlich-rechtliche Unterkunft im sogenannten Mundsburg Tower genutzt werden. Das hat der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas Grutzeck bestätigt. 1979 Euro pro Platz habe die Unterbringung in dem Hochhaus gekostet.Daran entzündet sich nun Kritik. Denn im Schnitt kostet ein Platz in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung in Hamburg pro Monat 1260 Euro und damit 55 Prozent weniger als im Mundsburg-Tower im In-Stadtteil Barmbek-Süd. Auch der Vergleich zu den sonst in dem Haus erzielten Mieten, bringt CDU-Politiker Grutzeck ins Grübeln. Lesen Sie auchDenn: In dem Anfang 2023 von der Stadt gekauften Hochhaus waren laut Antwort von Senat und Sozialbehörde 56 weitere Wohnungen sowie einige Gewerbeflächen privatrechtlich vermietet. Für die Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen kassierte Fördern & Wohnen im Durchschnitt 1150 Euro Miete pro Monat und damit deutlich weniger als rechnerisch für die mit zwei bis drei Bewohnern belegten Flüchtlingswohnungen.In dem Hochhaus waren 2025 durchschnittlich 336 Flüchtlinge untergebracht. Nach älteren Angaben sollten etwa 150 Plätze in den Gewerbegeschossen entstehen, die übrigen in den Wohnungen. Die reinen Wohnkosten werden bei Geflüchteten in der Regel durch Sozialleistungen abgedeckt. Die neben den Wohnkosten in den 7,9 Millionen Euro enthaltenen Ausgaben, die Fördern & Wohnen etwa für die Betreuung der Geflüchteten, für Sozialberatung und Sicherheitsdienst hatte, hat die Sozialbehörde über einen Zuschuss bezahlt. Die Höhe lag bei 4,7 Millionen Euro.Kosten der Unterbringung sinkenDie Gesamtkosten für die Flüchtlingsunterbringung in Hamburg betrugen im vergangenen Jahr 636 Millionen Euro, wovon 173 Millionen auf Hotelkosten entfielen. Im April hatte der Senat diese Kosten mit knapp 164 Millionen Euro angegeben. Ende des vergangenen Jahres befanden sich laut einem Lagebild des Senats gut 42.000 Menschen in öffentlich-rechtlichen Unterkünften, davon rund 5000 in Hotels. Ende Juni waren rund 40.000 Menschen untergebracht, 4500 von ihnen in Hotels.Für das erste Halbjahr 2026 zeichnet sich eine Verringerung der Kosten ab. Insgesamt wurden für die Unterbringung von Flüchtlingen in Hamburg 265 Millionen Euro ausgegeben, davon 69 Millionen für Hotels. Lesen Sie auchGrutzeck bezeichnete die Unterbringungskosten im Mundsburg-Tower als nicht logisch nachvollziehbar. „Fakt ist, dass solche Fälle den Unmut in der Bevölkerung schüren und die Spaltung der Gesellschaft beschleunigen“, erklärte der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.Zunächst hatte NDR 90,3 über das Thema berichtet.lno/juve