Mit „Ambiguous Desire“ findet die Londoner Popkünstlerin Arlo Parks zum elektronischen Dancefloor. Wie weit geht ihre Musik über das Epigonale hinaus?

Arlo Parks beim Nachtschwärmen

Joshua Gordon

„Elektronische Tanzmusik habe ich immer geliebt“, versichert die gebürtige Londonerin Arlo Parks glaubhaft, „vor allem die spezifisch britische Variante.“ Wobei sie die Welt erst aus ihrem imperialen Schlafzimmer heraus erobert hat, und zwar mit intimen Bedroom-Popsongs, wie sie sich auf ihrem Debüt „Super Sad Generation“ und dem preisgekrönten zweiten Album „Collapsed in Sunbeams“ 2021 noch zuhauf fanden. Einheitsware hatte auch das Nachfolgewerk „My Soft Machine“ 2023 keine geliefert, doch schielte dessen Sound schon ein bisschen auf die Tanzfläche. Nun, mit ihrem vierten Album „Ambiguous Desire“, schöpft die 25-Jährige endlich aus denselben Quellen wie ihre großen Helden Burial und Jamie xx.

Darum wollte Arlo Parks, die inzwischen in Los Angeles lebt, unbedingt wissen: Wie sind Tracks von beiden eigentlich produziert? Sie begab sich daher auf Recherche und frequentierte Clubs, in Los Angeles tummelte sie sich auf DiY-Underground-Raves. Manchmal begleitete ihr Produzent Baird die zur begeisterten Clubberin mutierte Sängerin während ihrer nächtlichen Streifzüge. Hinterher gingen die beiden zuweilen direkt zum Musikmachen in Bairds New Yorker Loftstudio. Inspiriert von dem, was sie zuvor gehört hatten, nahmen sie spontan auf.