PfadnavigationHomeRegionalesHamburgInternationaler KongressZehntausende Zeugen Jehovas zu Versammlung erwartetStand: 09:08 UhrLesedauer: 2 MinutenSeit Dienstag laufen die Vorbereitungen für den Kongress der Zeugen Jehovas im Volkspark-StadionQuelle: Lilli Förter/dpaZu einem internationalen Kongress der Zeugen Jehovas werden von Freitag bis Sonntag 75.000 Besucher im Volksparkstadion in Hamburg erwartet. Der Kongress erinnert auch an die Verfolgung der Glaubensgemeinschaft durch die Nazis.Die Zeugen Jehovas erwarten an diesem Wochenende mehrere Zehntausend Besucher zu einem Kongress im Hamburger Volkspark-Stadion. Die Glaubensgemeinschaft rechnet mit insgesamt 75.000 Teilnehmern von Freitag bis Sonntag. Unter ihnen werden rund 5000 Delegierte aus 25 Ländern sein, teilte der Sprecher von Jehovas Zeugen Norddeutschland, Michael Tsifidaris, mit. Freiwillige der Gemeinschaft putzten am Dienstag bereits das Stadion.Mit dem internationalen Kongress wollen die Zeugen Jehovas an eine Versammlung auf der Hamburger Moorweide vor 80 Jahren erinnern. 1946 waren nach Angaben des Sprechers in der kriegszerstörten Stadt 4000 Gläubige aus ganz Norddeutschland zusammengekommen. Nach der Verfolgung unter dem NS-Regime hätten sie ein entschlossenes Zeichen für Frieden und Einheit gesetzt, sagte Tsifidaris.Lesen Sie auchDen Angaben zufolge wollen Tausende Kongressteilnehmer auch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besuchen, um sich mit der Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas zu beschäftigen.Dabei wird auch die Teilrekonstruktion eines Stalls besucht, in dem einst inhaftierte und zwangsrekrutierte Mitglieder der Glaubensgemeinschaft Angorakaninchen zur Wollproduktion züchten mussten. Unter Lebensgefahr hätten sie andere, vom Hungertod gezeichnete Häftlinge mit Nahrung versorgt und heimliche Bibelkurse veranstaltet, erklärte Tsifidaris.Eigene Guides der Zeugen Jehovas würden Führungen durch das ehemalige Konzentrationslager anbieten, sagte eine Sprecherin der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen. In Kooperation mit der Gedenkstätte werde es auch eine Online-Führung geben.Lesen Sie auchZur NS-Zeit hatten die Zeugen Jehovas, die damals als Bibelforscher bekannt waren, es abgelehnt, den Hitlergruß zu zeigen oder ihre Kinder in die Hitlerjugend zu schicken. Viele verweigerten den Wehrdienst. Ab 1933 wurden sie von den Nazis verfolgt. Tausende wurden verschleppt, inhaftiert und gefoltert. Mindestens 1700 verloren ihr Leben. Am vergangenen 24. Juni wurde in Berlin ein Mahnmal eingeweiht, das an die Verfolgung und den Widerstand der Zeugen Jehovas erinnern soll.Amoklauf löste international Betroffenheit ausVor gut drei Jahren hatte ein Amoklauf die Zeugen Jehovas in Hamburg erschüttert. Am 9. März 2023 war ein ehemaliges Mitglied der Gemeinschaft kurz nach einem abendlichen Gottesdienst in ein Gemeindezentrum im Stadtteil Alsterdorf eingedrungen und hatte sieben Menschen – darunter ein ungeborenes Kind – und sich selbst erschossen. Elf weitere Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt. Der Amoklauf hatte in Deutschland und international große Betroffenheit ausgelöst. Seit Anfang Mai finden in dem komplett renovierten Gebäude wieder Gottesdienste statt.lno/juve