Wenn nur noch eine kleine Minderheit glaubt, dass die Parteien im Interesse der Bürger handeln, dann hat die Demokratie ein ernstes, ein grundsätzliches Problem. Offenbar wird die Politik überwiegend nur noch als Inszenierung wahrgenommen oder, noch schlimmer, als vorwiegend eigennützig.Vom Arbeitsplatz bis ins PrivatlebenSelbst 72 Prozent der Anhänger von Union und SPD sagen, dass sich die Parteien nicht um die Belange der Bürger kümmerten. Ein verheerendes Urteil, denn nur die Regierungsparteien haben überhaupt die Möglichkeit, etwas für die Bürger zu tun.Man sollte die Ursache für solche Befunde nicht primär in der Kommunikation suchen, wie das im Politikbetrieb oft geschieht. Wenn es etwas gibt, was gerade die geschrumpften Volksparteien seit Langem unterschätzen, dann sind es die vielen negativen Alltagserfahrungen, die das Leben in Deutschland inzwischen prägen.Die Bürger spüren den wirtschaftlichen Abstieg des Landes und die Zunahme gesellschaftlicher Konflikte, vom Arbeitsplatz bis ins Privatleben. Deshalb erwarten sie mehr von der Politik als die alten bundesrepublikanischen Formelkompromisse, die auch wieder die aktuelle Koalition hervorbringt. Zu Recht.
Deutschland: Bürger zweifeln an Parteien und der Politik
Das Vertrauen in die Politik ist erschreckend niedrig. Kein Wunder: Das Leben in Deutschland ist geprägt von vielen negativen Alltagserfahrungen.







