Während Elon Musk der Ukraine den erweiterten Einsatz seines Starlink-Netzes für Angriffe tief in Russland verweigert, baut Russland an einem eigenen System im Orbit. Moskau treibe dessen Aufbau schneller voran als geplant, sagte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Wadym Skibitskyi, in einem diese Woche veröffentlichten Interview mit der ukrainischen Presse. Das System heiße Rassvet und gelte als Moskaus Antwort auf Starlink. Die Angaben stammen aus dem ukrainischen Militärgeheimdienst und ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Zuvor hatte The Atlantic berichtet, dass Kiew das Netz nutzen wolle, um Drohnen tief in Russland ins Ziel zu steuern, und dass Musk das ablehne.
Rassvet: Die russische Antwort auf Starlink
Entwickelt wird Rassvet vom russischen Unternehmen Bureau 1440, das erste Tests bereits 2023 mit drei Satelliten begann. Die erste Serienlieferung von 16 Satelliten brachte Russland nach Angaben der ukrainischen Verteidigungspublikation Militarnyi Ende März in die niedrige Erdumlaufbahn, im Juli folgte eine zweite Gruppe. Bis 2027 solle die Konstellation auf 292 Satelliten wachsen, bis 2035 auf 924, sagte Skibitskyi.
Noch arbeite Rassvet nur im Vorbeiflug, wenn ein Satellit kurz über ukrainisches Gebiet ziehe. Zuletzt habe das System zwei tägliche Zeitfenster von jeweils mehr als einer Stunde geöffnet, im Juli seien es noch rund 15 Minuten gewesen. Sobald die Konstellation vollständig sei, werde Rassvet wie Starlink arbeiten, so Skibitskyi. Kiew berate bereits über Gegenmaßnahmen, Details nannte er nicht. Ukrainische Fachleute warnen, ein ausgereiftes Netz könne auch Daten an russische Angriffsdrohnen weiterleiten.












