Sechs Wochen vor dem Gang an die Urnen hat das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern Zahlen vorgelegt, die in Schweriner Regierungskreisen für wenig Freude sorgen dürften. Rund 12,6 Milliarden Euro lautet das Ergebnis. So hoch ist der Schuldenberg, den Land und Kommunen in MV Ende 2025 aufgetürmt haben. Das ist eine halbe Milliarde mehr als noch vor zwölf Monate.
So kurz vor der Landtagswahl gleicht das einer Hiobsbotschaft. Vor allem für den Wähler, steht er doch am 20. September vor der Entscheidung, wer das Ruder in den kommenden Jahren im Nordosten in der Hand hält.
Der wahre Schmerzpunkt liegt vor Ort
Betrachtet man die nackten Zahlen genauer, offenbart sich schnell, wo der Schuh drückt. Während das Land selbst seine Finanzen mit einem leichten Plus von 2,3 Prozent auf gut 9,8 Milliarden Euro noch einigermaßen in der Spur hält, schlagen die Kommunen laut Alarm. Ein Anstieg der Kreditlast um satte elf Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro spricht eine deutliche Sprache.
Thomas Deiters vom Städte- und Gemeindetag MV bringt das Problem auf den Punkt. „Seit Jahren wachsen die Ausgaben schneller als die Einnahmen“, sagte er der dpa. Ob Eingliederungshilfe, Kita oder Jugendhilfe – die Bürgermeister und Landräte müssen zahlen, während die echten Weichenstellungen ganz woanders getroffen werden. Werden hier nicht bald die Stellschrauben gelöst, droht laut Deiters im kommenden Jahr kein sanftes Sparen mehr, sondern der Griff in den laufenden Alltagshaushalt der Städte und Gemeinden. Gekürzt wird dann beim Alltag, nicht bei Zukunftsprojekten.






