Prösterchen. Trüffelpasta und ein Risotto mit Garnelen, dazu Getränke – das haben meine Frau und ich uns an einem kinderfreien Berliner Sommerabend auf dem Bürgersteig vor einem guten Neuköllner Italiener mal gegönnt. Was wir dafür zahlen mussten, entsprach dem Gegenwert der Entschädigung, die uns die Reederei versprochen hat. Die Fähre von Rostock nach Trelleborg hatte sich auf dem Hinweg in den Urlaub um sage und schreibe fünf Stunden verspätet.

Eine der beiden Maschinen funktionierte nicht richtig, sodass ein sicheres Anlegen nicht möglich war. Der schwedische Kapitän informierte uns in mehreren Sprachen über den Stand der Reparaturen. So trieben wir in Sichtweite vor der schwedischen Küste auf ruhiger See in der Sonne.

Kolumne

Verspätung auf dem Weg nach Berlin: Und die Deutsche Bahn kommt mit Weichspüler-Sprache

Es dauerte ein bisschen, um den richtigen Schalter im Gemüt zu finden und umzulegen, damit man aus dem Berliner Alltagsmeckermodus herausfindet. Man wollte doch auch diesem Stadtchaos mit seinen vielfältigen Ärgernissen entfliehen, die Ausfahrt in Rostock hatte etwas Erlösendes. Und dann schienen uns die Probleme, mit denen die Deutsche Bahn kämpft, bis an Bord verfolgt zu haben.