Sein Sieg in letzter Sekunde ist eine große Überraschung: Der moderate Demokrat David Crowley hat sich in der parteiinterne Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin gegen die linke Politikerin Francesca Hong durchgesetzt.Crowley bekam bei dem viel beachteten Rennen um die Kandidatur zur Gouverneurswahl in dem Swing State nur wenige Tausend Stimmen mehr, wie die Nachrichtenagentur AP prognostizierte. Sie berief sich zudem darauf, dass Hongs Wahlkampfteam eine Niederlage eingestanden habe. Crowley steht unter anderem für einen gemäßigteren Ansatz bei der Gesundheitsvorsorge, bezahlbarem Wohnen und Wirtschaftsförderung.

Die progressive Politikerin Hong galt als Favoritin der Partei, während der 40-jährige Crowley Anfang Juli eigentlich seinen Rückzug aus dem Wahlkampf bekannt gegeben hatte. Er hatte es für unwahrscheinlich gehalten, der demokratische Kandidat für die Gouverneurswahl zu werden. Nur Tage später sprach sich der scheidende Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, für ihn aus – und Crowley stieg wieder in das Rennen ein. Zuletzt war er Verwaltungschef des Bezirks Milwaukee.

Kritiker vermuten, dass Hong ihre dezidiert linke Politik wohl am Ende den Sieg gegen Crowley gekostet haben. Die Tochter südkoreanischer Einwanderer machte sich als Abgeordnete unter anderem für eine allgemeine Kinderbetreuung, bezahlten Urlaub für alle, vollständig finanzierte öffentliche Schulen und eine günstigere Krankenversicherung stark. In diesem Jahr brachte sie zudem einen Gesetzentwurf ein, der in dem Bundesstaat einen deutlich höheren Spitzensteuersatz vorsieht als bislang.