Auf dem Weg in die Kleinstadt Kahla führen die Straßen vorbei an historischen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Der mittelalterliche Stadtkern mit seiner fast vollständig erhaltenen Stadtmauer erzählt vor allem von der Vergangenheit der Stadt. Bekannt ist Kahla für seine Porzellantradition. Doch am Marktplatz geht es heute um ein ganz anderes Material: Beton.

In einer kleinen Werkstatt mitten in der Innenstadt entstehen Gitarren, die mit klassischen Instrumenten nur auf den ersten Blick etwas gemeinsam haben. Statt aus Holz bestehen die Korpusse von Dr.-Ing. Martin Hengstermanns E-Gitarren aus Carbonbeton. Ein Material, das eigentlich aus dem Bauwesen kommt – und nun Musik machen soll.

Es ist schwer vorstellbar, dass ein Rockstar mit einer schweren Betongitarre zwei Stunden auf der Bühne steht. Genau dieses Problem musste Hengstermann lösen. Heute hat er es geschafft, und seine Konstruktion wiegt nicht mehr als eine herkömmliche E-Gitarre aus Holz. „Ich bin der einzige Mensch auf der Welt, der Gitarren aus Carbonbeton herstellt“, sagt der Erfinder. Der Weg dahin war steinig und neigte zum Bröckeln.

Beton, Heavy Metal und Erfindergeist: Martin Hengstermann verbindet drei Leidenschaften.