Falsche Ernährung und fehlende Bewegung: Eine Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass jedes zehnte Vorschulkind übergewichtig ist. Die Studie basiert auf mehr als vier Millionen Daten aus bundesweiten Schuleingangsuntersuchungen, bei denen die Kinder kognitiv, sozial und auch körperlich untersucht werden.

Bei der Mehrheit der fünf- bis siebenjährigen Kinder lagen die Werte der bereits im Juli veröffentlichten Studie im grünen Bereich. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass über einen Zeitraum von 20 Jahren im Schnitt etwa jedes zehnte untersuchte Kind übergewichtig war, rund vier Prozent adipös.»Die Zahlen sind erschreckend«, sagt die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ursula Felderhoff-Müser. Während beim Übergewicht Jungen und Mädchen etwa gleich stark betroffen sind, gibt es bei der Fettleibigkeit eine etwas höhere Quote bei Jungen. Bei Jugendlichen steigt die Übergewichtsquote auf nahezu 20 Prozent an.

Pandemie als FaktorDas größte Problem sieht Felderhoff-Müser in der fehlenden Bewegung. Kinder würden sich gern bewegen, oft mangele es aber an Angeboten. Hier müssten und könnten laut Felderhoff-Müser Kitas und Schulen ansetzen, etwa durch eine bessere Kooperation mit Sportvereinen. Erhebungen zufolge erfüllten weniger als 15 Prozent der Grundschulkinder die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer Stunde Bewegung am Tag.