Im brennenden Südeuropa fahren sie mit vollen Wasser- und Güllefässern dem Feuer entgegen. Die Landwirte unterstützen die Einsatzkräfte, indem sie Fahrzeuge und Technik bereitstellen. Auch in Deutschland bilden die Bauern eine Symbiose mit der Feuerwehr. Gerade während eines Wald- oder Flächenbrands kann der landwirtschaftliche Fuhrpark, zum Beispiel Grubber, Traktor und Scheibenegge, eine entscheidende Rolle spielen.Um Betriebe und Feuerwehren besser zu vernetzen, hat Landwirt Thomas Knecht zusammen mit Ingo Pfalzgraf schon im Jahr 2023 das Onlineportal Red Farmer eingerichtet, das wohl wichtiger denn je ist. Die Fahrzeugbesitzer registrieren sich im Portal mit den Maschinen und dem Wohnort, ebenso die Feuerwehr. Während eines Einsatzes kann Letztere in einem festgelegten Radius verfügbare Helfer und Maschinen suchen. Landkreisgrenzen spielen dabei keine Rolle. Die Feuerwehr hat vor Ort den Hut auf, das Motto der Landwirte laute „Wir helfen den Helfern“.Traktoren, Grubber und Güllefässer gegen BrändeDie Wasser- und Güllefässer der Landwirtschaft fassten rund zehnmal mehr Flüssigkeit als die Standardtanks der Feuerwehr, sagt Knecht. Grubber und Scheibeneggen helfen, Brandschneisen zu ziehen. Radlader transportieren Abraum aus dem Weg. Fahrzeuge wie diese haben Feuerwehren nicht unbedingt vorrätig. Dafür aber Winzer, Lohnunternehmen, Forst- und Landwirte. Oft gehören die Männer und Frauen bereits zur Freiwilligen Feuerwehr. Im Fall eines Brands werden aber auch andere vom Einsatzleiter um Hilfe gebeten.Nicht immer sind alle benötigten Fahrzeuge im direkten Umkreis vorhanden. Dann beginnt die manchmal umständliche Suche. Während verschiedener Großeinsätze erkannten Thomas Knecht, selbst gestandener Feuerwehrmann, dass sie über die Landkreisgrenzen hinausdenken müssen. Für 20.000 Euro entstand die erste Version von Red Farmer. Das Interesse war sofort groß. Sponsoren wie Fendt und verschiedene regionale Bauernverbände unterstützen den Verein.Der bayrische Bauernverband rollte zusammen mit dem Feuerwehrverband das Portal flächendeckend aus. Schleswig-Holstein schloss sich in diesem Jahr an. Mittlerweile seien sie in fast jedem Bundesland vertreten, sagt Knecht. Rund 1300 Maschinen und 40 Drohnen verzeichnet das Portal, außerdem 150 Feuerwehren. Wegen der anhaltenden Trockenheit wächst die Zahl der Anmeldungen täglich. Eine App ist geplant.