Man will sich ja nicht immer alles erklären lassen. Noch dazu von einer blechernen Stimme. Und dann dieser didaktische Ton. Nein, zeitgenössische Kunst und Audioguides, das will einfach nicht zusammenpassen. Nur im sonnigen Freiburg passt es eben doch, genauer: im Museum für Neue Kunst, wo man sich ausgerechnet die Stimme eines Fußballtrainers ans Ohr halten darf. Christian Streich, Kult-Ex-Trainer des SC Freiburg, kommentiert dort Werke von Erwin Wurm, Valie Export oder Yoko Ono. Und seine Stimme ist, das muss man sagen, das Allerbeste hier. Eigentlich will die Ausstellung den Sport als Lebensmodell und Optimierungsmaschine tiefgründig kritisieren. Und dann lauscht man vor allem dem philosophierenden Trainer und wünscht ihn sich in jeden Museumssaal der Welt. Vielleicht, denkt man da heimlich, gelingt nicht nur Streich, vielleicht gelingt dem Sport auch sonst etwas, das die Kunst – wie sie da dieser Tage allzu brav im Rahmen hängt – schlichtweg verlernt hat.
Kunst: Sportler scheitern schöner
Nicht in der Kunst, sondern im Sport finden sich die erstaunlichsten Genies und Dandys. Der unangepasste Einzelgänger läuft inzwischen im Stadion auf, nicht in Galerien.






