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Der Philosoph Kwame Anthony Appiah erklärt, was Grenzen genau schützen, warum sie ethische Regeln brauchen und wie ihre Zukunft aussehen könnte.

Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.

In dieser Folge von »Nur eine Frage« stellen wir Kwame Anthony Appiah die Frage: »Braucht die Welt Grenzen?« Aufgezeichnet wurde das Gespräch nur drei Tage, nachdem rund 60.000 Menschen an einem einzigen Tag von Marokko in die spanische Enklave Ceuta migriert waren. Ein Rekord, der Europa einmal mehr vor die Frage stellte, wofür seine Grenzen eigentlich da sind.

Kwame Anthony Appiah ist einer der einflussreichsten Philosophen der Gegenwart. Geboren in London, aufgewachsen im ghanaischen Kumasi, ausgebildet in Cambridge, lehrt er heute Philosophie und Recht an der New York University. Als Sohn eines ghanaischen Vaters und einer britischen Mutter hat er sein ganzes Leben lang genau jene Grenzen überschritten, über die er nachdenkt – zwischen Nationen, Kulturen und Identitäten. Sein Buch Cosmopolitanism, prägte eine Denktradition, The Lies That Bind vor allem die Debatte über Identität. Appiah wurde von Barack Obama mit der National Humanities Medal ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der USA im Bereich der Geisteswissenschaften. Er ist Präsident der American Academy of Arts and Letters und beantwortet in seiner Kolumne The Ethicist im New York Times Magazine seit mehr als zehn Jahren moralische Fragen des alltäglichen Lebens.