Der Einsatz im Wald von Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis zählt wohl zu den größten seiner Art, die es bisher in Hessen gegeben hat. Denn am Montag waren zwischen Nieder- und Oberrodenbach drei Feuer gemeldet worden, die von 500 Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und weiteren Hilfsdiensten bekämpft wurden. Nach Angaben des Main-Kinzig-Kreises erstreckte sich das Einsatzgebiet auf einer Fläche von 55 Hektar. Die Flammen wurden auch von Hubschraubern und einem Löschflugzeug aus bekämpft, auch Feuerwehrdrohnen stiegen auf.Am Abend war das Feuer nach Angaben des Rodenbacher Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) unter Kontrolle, aber noch müssten Glutnester gelöscht werden. Er warnte davor, den Wald zu betreten. Zum einen könne das den Einsatz behindern, außerdem könnten beschädigte Äste abbrechen oder Bäume umstürzen. Die Ursache der Feuer ist noch unklar, aber die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.Drei Brandherde gemeldetDie Polizei berichtete von drei Brandherden im Wald zwischen den beiden Ortsteilen der Gemeinde. Einer habe sich in der Nähe von Tennisplätzen am Ortsrand von Oberrodenbach befunden, ein weiterer nahe einer Wochenendhaussiedlung, die zum Teil kurzzeitig geräumt wurde. Allerdings habe die Feuerwehr die Gefahr schnell gebannt, keine Gebäude seien beschädigt worden.Hilfe aus der Luft: Beim Brand im Rodenbacher Wald waren auch Helikopter im Einsatz.Lucas BäumlEin drittes Feuer wurde an der Barbarossaquelle entdeckt, einem beliebten Ausflugsziel in der Bulau. Durch die Verteilung der drei Brandherde in dem teilweise schwer zugänglichen Wald ergibt sich die immense Größe des Einsatzgebiets. Zudem erschwerte die Kombination aus Trockenheit und Windböen die Arbeit der Einsatzkräfte.Zwischenzeitlich warnte die Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises über Katwarn: Örtlich könne auch Brandasche herabregnen. Die Menschen wurden aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Die Kreiswerke Main-Kinzig hatten wegen des Bedarfs an Löschwasser und dem aktuell ohnehin hohen Verbrauch Sorge, die Speicher nicht mehr auffüllen zu können. „Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie andere wasserintensive Tätigkeiten. Jeder Liter zählt. Unsere Wasserreserven werden derzeit für die Brandbekämpfung benötigt“, hieß es in der Aufforderung für die Bürger unter anderem in Bruchköbel, Langenselbold und Freigericht. Allerdings entspannte sich die Lage nach Angaben einer Unternehmenssprecherin bis zum Morgen, die Aufforderung wurde zurückgezogen.Hilfe aus BayernBekämpft wurden die Flammen von Feuerwehrleuten aus dem Main-Kinzig-Kreis, dem Kreis Offenbach und der Nachbarstadt Hanau. Auch aus Bayern waren rund 100 Mann im Einsatz, Rodenbach liegt auf der hessischen Seite der Landesgrenze im Vorspessart, etwa 25 Kilometer östlich von Frankfurt. Laut Schejna waren zudem Kräfte des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, der Polizei und des Landesbetriebs Hessenforst an den Arbeiten beteiligt. Versorgt wurden sie in der Nacht nach Angaben des Bürgermeisters von den Mitarbeitern eines Lebensmittelmarkts in Rodenbach.Die Untersuchungen zur Ursache der Feuer sind laut Polizei im Gang. Da in kurzer Zeit mehrere Brandherde rund um Oberrodenbach gemeldet worden sind, könnten die Feuer gelegt worden sein. Den Verdacht hatte Schejna schon am Montag gegenüber dem „Hanauer Anzeiger“ geäußert, die Polizei hat Brandstiftung jedenfalls nicht ausgeschlossen. Zeugen wurden gebeten, sich bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden.Auch im Rheingau-Taunus-Kreis gab es einen Waldbrand. Dort hatten zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck rund 8000 Quadratmeter Wald in Flammen gestanden. Laut Brand- und Katastrophenschutz kam es zu einem Großeinsatz, bei dem drei Feuerwehrleute leicht verletzt wurden. „Dank des schnellen und koordinierten Eingreifens von rund 300 Einsatzkräften konnte eine weitere Ausbreitung verhindert und der Brand unter Kontrolle gebracht werden“, teilte die Behörde über Facebook mit. Erst vor wenigen Tagen hatten bei Bad Schwalbach schon mehr als zwei Hektar Wald gebrannt.
Waldbrände Rodenbach: 500 Einsatzkräfte auf 55 Hektar
Die Waldbrände in Rodenbach sind unter Kontrolle, aber noch müssen die Feuerwehrleute Glutnester löschen. Wegen des hohen Löschwasserbedarfs wurden Einwohner gebeten, auf das Duschen zu verzichten.










