PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStraßenwerbungMehr digitale Screens, mehr Haltestellenhäuschen – Hamburg vergibt Werberechte neuStand: 15:49 UhrLesedauer: 3 MinutenHamburg vergibt seine 6000 Werbeflächen neu. Dabei bleiben die alten Betreiber von Werbetafeln wie dieser im Geschäft. Quelle: Marcus Brandt/dpaDie Hansestadt hat die Verträge für mehr als 6000 Werbeträger neu vergeben. Der Senat setzt auf weitere Digitalisierung, verspricht aber zugleich einen Abbau klassischer Werbeanlagen und 400 neue Bushaltestellenhäuschen.Von der Litfaßsäule an der Straßenecke über die Werbung an Bushaltestellen bis zu den großen digitalen Bildschirmen an Ausfallstraßen: Hamburg hat die Konzessionen für mehr als 6000 Werbeträger neu vergeben. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) stellte die neuen Verträge am Dienstag vor. Sie sollen der Stadt nach seinen Angaben Einnahmen von rund 30 Millionen Euro pro Jahr sichern und bis Ende 2041 laufen.Nach Angaben von Tjarks gab es im Vergabeverfahren insgesamt fünf Bewerber für die Werbeflächen. Am Ende entschied man sich für Kontinuität. Den Zuschlag erhielten erneut die Wall GmbH, die zum Außenwerbekonzern JCDecaux gehört, sowie die zur Ströer-Gruppe zählende DSM Deutsche Städte Medien GmbH. Sie bespielen die Werbeflächen im öffentlichen Raum auch aktuell. Die Bürgerschaft muss den Verträgen noch zustimmen. Sie soll nach der Sommerpause damit befasst werden. Lesen Sie auchDer wohl sichtbarste Teil der Vereinbarung betrifft die Bushaltestellenhäuschen. Zu den derzeit rund 2250 Unterständen sollen durch den Vertragsabschluss mindestens 400 weitere hinzukommen. Die Verkehrsbetriebe und die Bezirke sollen gemeinsam Standorte festlegen. Die neuen Häuschen erhalten Bänke mit Rücken- und Armlehnen und sollen barrierefrei sein. Mindestens 100 der neuen Wartehäuschen werden mit einem Gründach ausgestattet. Alle neuen Haltestellen sollen zudem mit Scheiben ausgestattet werden, die Vögel gut als Hindernisse erkennen können. Nicht realisiert werden die zunächst angedachten Photovoltaikanlagen auf den Häuschen. Damit wird es vorerst auch keine Handyladestationen an Haltestellen geben.Reduzierung von KlebetafelnAber immerhin: Die mehr als 2200 bestehenden Häuschen bleiben erhalten. Hamburg könne dadurch erhebliche Mengen an Material sparen, sagte Tjarks. Anders als in vielen anderen Städten müssten die Anlagen bei einem Betreiberwechsel nicht abgebaut und ersetzt werden. Dies sei jedoch kein Kriterium der Vergabe gewesen. Auch andere Anbieter hätten die Infrastruktur übernehmen können. So war es 2011 in den alten Verträgen schon geregelt worden.Ebenfalls ausgebaut wird laut Tjarks ab 2027 die Digitalisierung der Außenwerbung. Neue digitale Anlagen sollen allerdings nur dann aufgebaut werden dürfen, wenn im Gegenzug analoge Werbeträger verschwinden. „Wir werden sehen, dass wir in Hamburg einen Rückgang der Werbeanlagen haben“, sagte Tjarks in der Landespressekonferenz. Nach bisheriger Planung könnten so bis zu 170 Werbeanlagen wegfallen.Lesen Sie auchFür die neuen Werbebildschirme gelten zudem zusätzliche Auflagen. Sie sollen nachts abgeschaltet werden und ihre Helligkeit begrenzt werden können. Zudem sollen dort künftig verstärkt Kulturwerbung sowie amtliche Warn- und Gefahrenhinweise ausgespielt werden können. Nach Angaben des Senats werden nicht zuletzt die Eigenwerbemöglichkeiten der Stadt im Vergleich zu den bisherigen Verträgen ausgeweitet. Ein weiteres Detail betrifft Werbeanlagen in der Nähe von Denkmälern. Dort sollen regelmäßig Informationen zu den jeweiligen Kulturstätten eingeblendet werden. Das bezeichnete Tjarks als „kleines Goodie“ der neuen Verträge.Für Tjarks ist die Neuvergabe ein Erfolg. Trotz einer „schwierigen Marktlage“ sei es gelungen, die Verträge zu attraktiven Konditionen abzuschließen, sagte der Senator. Er sprach von einem „guten Abschluss“. Hinzu kommt, dass die Betreiber für Bau, Betrieb und Unterhaltung der Bushaltestellenhäuschen zuständig bleiben.Kritik kommt lediglich von der Linksfraktion. Deren stadtentwicklungspolitischer Sprecher Marco Hosemann erklärte, die Neuvergabe sei „kein Grund zum Jubeln“. Der Senat rede die Verträge mit neuen Gründächern und dem Abbau einzelner Anlagen schön. Tatsächlich gehe der Trend ohnehin zu digitalen Werbeflächen, die mehr Strom verbrauchten und stärker vom Verkehr ablenkten. Die angekündigten 100 begrünten Bushaltestellen bezeichnete Hosemann als „Greenwashing“. Die Linke kündigte an, der Neuvergabe in der Bürgerschaft nicht zuzustimmen.
Straßenwerbung: Mehr digitale Screens, mehr Haltestellenhäuschen – Hamburg vergibt Werberechte neu - WELT
Die Hansestadt hat die Verträge für mehr als 6000 Werbeträger neu vergeben. Der Senat setzt auf weitere Digitalisierung, verspricht aber zugleich einen Abbau klassischer Werbeanlagen und 400 neue Bushaltestellenhäuschen.






