Nach dem geänderten Gesetz werden Verbrechen, die vor dessen Inkrafttreten begangen wurden, und sonst mit dem Tode bestraft worden wären, mit lebenslanger Haft geahndet. Für nach der Gesetzesänderung begangene schwere Straftaten ist eine verschärfte lebenslange Haft mit Zwangsarbeit vorgesehen. Die Umsetzung dieser verschärften lebenslangen Haft dürfte angesichts überfüllter Gefängnisse und begrenzter staatlicher Mittel jedoch schwierig sein. Die Parlamentsfraktion der Hisbollah stimmte gegen die Abschaffung.Justizminister Adel Nassar bezeichnete die Abstimmung als »historischen Schritt« für den Libanon. Menschenrechtsorganisationen hatten seit Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe geworben. Human Rights Watch hatte das Parlament zuletzt im Juli aufgefordert, die Todesstrafe endgültig aus dem Strafrecht zu streichen.

Im Libanon war seit 2004 niemand mehr hingerichtet worden. Gerichte verhängten jedoch weiterhin Todesurteile. Nach Schätzungen der Libanesischen Vereinigung für Bürgerrechte saßen zuletzt rund 84 Menschen mit einem Todesurteil in libanesischen Gefängnissen.