PfadnavigationHomeRegionalesHessenMehr Waldbrände in Hessen - Kampf gegen GlutnesterStand: 15:09 UhrLesedauer: 4 MinutenIn dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.Quelle: Andreas Arnold/dpaDauereinsatz nach dem großen Brand bei Rodenbach: In dem Waldstück müssen Glutnester ausgemerzt werden. Zahlen des Landwirtschaftsministeriums belegen das hohe Brandrisiko in diesem Sommer.Hitze, Wind und Wassermangel - der Großbrand in einem Waldgebiet bei Rodenbach in Südosthessen hat gezeigt, wie rasch sich die Flammen nach der wochenlangen Trockenheit auch über größere Flächen ausbreiten können. Auf rund 55 Hektar standen dort Bäume in Flammen. Angaben des hessischen Landwirtschaftsministeriums verdeutlichen, wie groß das Brandrisiko in diesem Sommer ist.Nachdem das Feuer bei Rodenbach bis Montagabend unter Kontrolle gebracht werden konnte, stand für die Feuerwehr noch die Bekämpfung von Glutnestern an, wie ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises sagte. Rund 300 Feuerwehrleute waren am Dienstagnachmittag noch im Einsatz. Doch es steigt weiter an manchen Stellen Rauch auf.Über Nacht waren nach Angaben des Kreissprechers permanent drei Löschzüge in dem betroffenen Waldgebiet zwischen Ober- und Niederrodenbach vor Ort. Unterstützung kam auch aus Bayern: Ein Drohnenteam der Feuerwehr Hanau war die ganze Nacht im Einsatz und musste abgelöst werden, dann half die Feuerwehr Karlstein bei der weiteren Lageerkundung aus der Luft. Die Nachlöscharbeiten könnten noch Tage dauern, so der Sprecher.Versorger rief wegen Löscharbeiten zum Wassersparen aufAm Montag war gleich an mehreren Stellen in dem Waldstück Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Bei den Löscharbeiten war neben mehreren Hubschraubern auch ein Löschflugzeug im Einsatz.Wegen des hohen Wasserbedarfs für den Einsatz rief der Wasserversorger im Main-Kinzig-Kreis die Bevölkerung zum Wassersparen auf. Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, hieß es in einer Warnmeldung des Landkreises am Abend, die sich an Bewohner von Freigericht, Bruchköbel, Langenselbold und Umland richtete.«Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten», hieß es. Der Verbrauch solle auf das absolut Notwendigste reduziert werden. Am Dienstag hob der Main-Kinzig-Kreis das Gebot jedoch bereits wieder auf.Grund für die Bitte sei zum einen die große Ausdehnung des Brandes und damit verbunden der hohe Wasserbedarf gewesen, aber auch die angespannte Versorgungslage angesichts der wochenlangen Trockenheit in der Region, sagte der Landkreis-Sprecher. Mittlerweile laufe zwar wieder mehr Wasser in die Hochbehälter als abgezapft werde, dennoch sei Sparen weiter das Gebot der Stunde.Brandstiftung nicht ausgeschlossenDie Polizei schloss Brandstiftung als Ursache für die Feuer nicht aus, nach ihren Angaben war zunächst unklar, ob die einzelnen Brandstellen in einem Zusammenhang stehen. Zeugen wurden gebeten, sich bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden.Vorübergehend war Ferienhaussiedlung in GefahrDie Menschen waren auch aufgefordert worden, das betroffene Gebiet zu meiden, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem sollten die Zugangswege zu der Brandstelle freigehalten werden. Gewarnt wurde nach dem Brand auch vor der Gefahr durch stark geschädigte Bäume und Äste, die unvermittelt umstürzen könnten.Das Feuer hatte sich zunächst auch in Richtung einer im Wald gelegenen Ferienhaussiedlung ausgebreitet, die jedoch nach Polizeiangaben dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht von den Flammen betroffen wurde.Mehr Waldbrände bis Ende Juli als im VorjahreszeitraumLaut Landwirtschaftsministerium wurden derweil in Hessen mehr Waldbrände registriert als in den entsprechenden Zeiträumen der Jahre 2023 bis 2025. Das Niveau von 2022 bleibt jedoch unerreicht, wie das Ministerium auf Anfrage mitteilte.Bis zum Stichtag wurden im Land demnach 103 Waldbrände auf einer Fläche von etwa 16 Hektar registriert. 2022 waren es zum selben Zeitpunkt bereits 148 Brände mit einem Schaden auf 38,5 Hektar gewesen.Mit Blick auf die Witterung zeigen sich jedoch Parallelen zu 2022, erklärte das Ministerium. In beiden Jahren seien weite Teile Hessens von geringen Niederschlägen und hohen Temperaturen geprägt gewesen. Wie sich die Waldbrandsaison entwickele, hänge jetzt maßgeblich von der Witterung in den kommenden Wochen ab, so das Ministerium.Drei Feuerwehrleute bei Waldbrand im Taunus leicht verletztAuch im Rheingau-Taunus-Kreis hatte es am Vortag einen Waldbrand gegeben. Hier hatten zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck rund 8.000 Quadratmeter Wald in Flammen gestanden. Laut Brand- und Katastrophenschutz kam es zu einem Großeinsatz, bei dem drei Feuerwehrleute leicht verletzt wurden.«Dank des schnellen und koordinierten Eingreifens von rund 300 Einsatzkräften konnte eine weitere Ausbreitung verhindert und der Brand unter Kontrolle gebracht werden», teilten die Behörde über Facebook mit.dpa-infocom GmbH