In seiner Partei sagen sie hinter vorgehaltener Hand, er sei der „Pattex-Mario“, er klebe quasi an seinem Stuhl. Die Rede ist von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt, der bei den Wahlen im Herbst 2024 trotz mangelnder eigener Mehrheit zum Landesvater Thüringens wurde. Dass er schon gewaltig an seinem Sessel hänge, sei vor allem klar geworden, als der österreichische Kommunikationswissenschaftler, der „Plagiatsjäger“ Stefan Weber, ihm vorwarf, in seiner 2008 abgegebenen Doktorarbeit „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf zwischen George W. Bush und John F. Kerry“ zum Wahlkampf 2004 nicht wissenschaftlich korrekt gearbeitet zu haben.
Just im Landtagswahlkampf 2024 – sicher nicht so zufällig, wie es Voigts politische Mitbewerber gern darstellten – wurden die Vorwürfe laut und riefen die Technische Universität Chemnitz auf den Plan. Diese begann die Prüfung, während Voigt in Thüringen sein „Brombeer-Bündnis“ aus CDU, SPD und BSW schmiedete. Allerdings: Dieses Bündnis kommt gerade auf die Hälfte der Stimmen im Landtag und muss so immer bei den Linken um Stimmen betteln, wenn es darum geht, wichtige Themen durchzusetzen.
Thüringen
TU Chemnitz entzieht Voigt endgültig den Doktorgrad
Das brachte Voigt vor allem auch in den eigenen Reihen viel Kritik ein, denn mit der Höcke-AfD im Freistaat wollte die CDU bislang keinerlei Gespräche führen. Doch nicht jeder „Schwarze“ sieht bekanntlich in der sklavischen Bindung an die marginalisierte SPD, an ein unberechenbares BSW und an die ungeliebte Linke ein politisches Zukunftsmodell.










