Es ist schon die zweite Aussage in ein und demselben Podcast, die Australiens Premierminister Anthony Albanese nun Wochen später auf die Füße fällt. Albanese ist wegen eines sexistischen Witzes über die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in die Kritik geraten. Die Opposition forderte Albanese zu einer Entschuldigung für die als beleidigend kritisierte Bemerkung auf. Der Regierungschef wies die Forderung zurück. Nicht er habe den Witz gemacht, sondern die Podcastmoderatorin, behauptete er.

Die Äußerung fiel bei einem bereits im vergangenen Monat aufgezeichneten Gespräch für den Podcast »Bush Deep«. Albanese erzählte darin von einer »ungewöhnlichen« japanischen Luxusmelone, die ihm Takaichi bei ihrem Australien-Besuch im Mai geschenkt hatte.Als die Moderatorin fragte, ob Takaichi die Frucht durch den australischen Zoll geschmuggelt habe, hielt Albanese seine Hände vor den Oberkörper und sagte: »Sie hatte ein paar Melonen.« Die Moderatorin fragte daraufhin, ob Takaichi bei ihrer Ankunft ausgesehen habe »wie Pamela Anderson«. Albanese antwortete: »Sie brachte zwei (Melonen) mit und sie waren wunderschön.«

Bei der Ausstrahlung der Folge flog der Wortwechsel noch unter dem Radar. Dass er nun wieder in den Fokus gerückt ist, liegt an Kritik aus Japan. Tokios ehemaliger Botschafter in Canberra, Shingo Yamagami, bezeichnete Albaneses Äußerungen in einem Meinungsbeitrag in »The Australian« am Montag als »sexistischen Witz« und erklärte, Albanese hätte »die enge Verbundenheit« zwischen Japan und Australien »verraten«.