PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastArbeitssucht – Wenn Feierabend und Urlaub nicht mehr funktionierenStand: 09:11 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Olga Pankova/Getty ImagesWer ständig arbeitet, muss nicht automatisch arbeitssüchtig sein. Entscheidend ist, ob zur hohen Arbeitszeit ein innerer Zwang kommt und die Betroffenen auch in ihrer Freizeit nicht mehr abschalten können.Hier können Sie die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um Arbeitssucht und die Frage, wann besonders hoher Arbeitseinsatz problematisch wird. Christian Ebner ist Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Arbeit und Organisation an der Technischen Universität Braunschweig.Arbeitssucht betrifft Millionen BeschäftigteArbeitssucht ist bislang keine offiziell anerkannte medizinische Diagnose. In der Forschung wird darunter eine Kombination aus exzessivem und zwanghaftem Arbeiten verstanden. Betroffene investieren sehr viel Zeit und Energie in ihren Beruf und verspüren zugleich einen inneren Drang, weiterzuarbeiten. Urlaub oder freie Tage können dann Schuldgefühle auslösen, Erholung fällt schwer.Eine Studie mit mehr als 8.000 Erwerbstätigen kommt für Deutschland auf einen Anteil von rund zehn Prozent mit einem solchen Arbeitsverhalten. Bezogen auf mehr als 40 Millionen Erwerbstätige entspricht das mehr als vier Millionen Menschen. Besonders häufig zeigt sich das Phänomen bei Selbstständigen und Personen mit Führungsverantwortung, grundsätzlich kommt es jedoch in vielen Branchen vor. Hoher Termindruck, große Arbeitsmengen und starke Leistungsanforderungen können das Risiko erhöhen. Auch Homeoffice kann Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verwischen.Wenn Arbeit zum gesundheitlichen Risiko wirdBestimmte Eigenschaften stehen ebenfalls mit suchthaftem Arbeiten in Verbindung. Dazu zählen insbesondere Perfektionismus, eine ausgeprägte Neigung zu Sorgen und Unsicherheit sowie eine starke Karriere- und Leistungsorientierung. Auch Menschen, die besonders offen für neue Erfahrungen und Projekte sind, können Gefahr laufen, sich zu viele Aufgaben aufzubürden.Langfristig kann die fehlende Erholung gesundheitliche Folgen haben. Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit und körperliche oder emotionale Erschöpfung können auftreten. Auch Unternehmen profitieren nicht zwangsläufig von Beschäftigten, die ständig arbeiten: Mit zunehmender Erschöpfung sinken häufig Leistungsfähigkeit und Konzentration, während Fehler und das Risiko längerer Arbeitsunfähigkeit steigen. Gleichzeitig können Partnerschaften und Familienleben leiden. Betroffene sind dann nicht nur seltener zu Hause, sondern gedanklich auch während gemeinsamer Zeit bei der Arbeit.Wer solche Muster bei sich erkennt, kann zunächst bewusst Grenzen setzen. Feste Zeiten für Sport, soziale Kontakte oder andere Aktivitäten können helfen, Abstand zur Arbeit zu schaffen. Perfektionistische Ansprüche sollten kritisch überprüft und Aufgaben klar priorisiert werden. Wer dauerhaft unter der Situation leidet und sie allein nicht verändern kann, sollte Unterstützung im privaten Umfeld oder professionelle Hilfe suchen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.Ab sofort gibt es noch mehr „Aha!“ bei Apple Podcasts und exklusiv hier für WELT-Abonnenten:„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Arbeitssucht: Wenn Feierabend und Urlaub nicht mehr funktionieren - WELT
Wer ständig arbeitet, muss nicht automatisch arbeitssüchtig sein. Entscheidend ist, ob zur hohen Arbeitszeit ein innerer Zwang kommt und die Betroffenen auch in ihrer Freizeit nicht mehr abschalten können.






