Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht sich für eine Kooperation von CDU und Linke aus, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. »Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, der muss also in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden«, sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können.«

Ramelow ist heute Vizepräsident des Bundestages. In Thüringen gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren. Die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen.In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In den aktuellen Umfragen liegt die AfD mit großem Vorsprung vor der CDU. Die Linke wird an dritter Stelle gesehen (hier finden Sie mit dem Wahl-O-Mat heraus, welche Partei am ehesten Ihre Positionen vertritt).

Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND zudem von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner. Sie hatte dem »Stern« gesagt, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Ramelow sagte dazu nun: Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern. »So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.«Schwerdtners Co-Parteichef Luigi Pantisano sprach kürzlich mit dem SPIEGEL über die Wahl in Sachsen-Anhalt (das ganze Interview hier ). Darauf angesprochen, dass Linkenabgeordnete dort womöglich den CDU-Kandidaten Sven Schulze zum Ministerpräsidenten wählen und die CDU tolerieren müssen, um einen AfD-Ministerpräsidenten zu verhindern, sagte Pantisano: »Es ist noch Zeit bis September. Wir gehen jetzt zu den Menschen und zeigen ihnen, dass wir für sie da sind. Wir wollen verhindern, dass die AfD überhaupt so stark wird.«