Hamburg-Bergedorf galt jahrelang als Nazi-Kiez. Dann wurde es ruhiger – bis jetzt. Warum Rechtsextremismus sich lokal hält, erklärt eine Studie.

Nicht nur Neonazis haben Kontinuität in dieser Stadt: Antifa-Demo gegen Neonazi-Aufmarsch 2004 in Hamburg

Maurizio Gambarini/dpa

D er Look der neuen rechten Jugendcliquen erinnert an alte Styles. Die männlichen Mitglieder tragen kurze Haare oder Glatze, Bomberjacke, Sneaker oder Springerstiefel. Wie eine Erinnerung an die 1980er- und 1990er-Jahre sind junge extrem Rechte seit einigen Jahren sichtbar – und das nicht nur in Kleinstädten im Osten, sondern auch in städtische Milieus im Westen, zum Beispiel in Hamburg.

Hier lässt sich beobachten, dass es nicht nur der Style ist, der schon einmal da war, sondern es ist auch die räumliche Verortung, die sich wiederholt. In Hamburg agieren aktuell vermehrt rechte Jugendliche im Bezirk Bergedorf im Osten der Stadt. Aktuell nennt das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus den Bezirk einen „Aktionsschwerpunkt junger Neonazis“. Dort agierten Rechtsextreme auch schon vor über 45 Jahren. Bergedorf galt lange als Nazi-Kiez.