Wie es wirkt, wenn man ein Zitat ohne jede weitere Erklärung auf Social Media postet, hat der Afrikakorrespondent der ARD Georg Restle inzwischen offenbar verstanden. Es sei „ein Fehler“ gewesen, „dieses Zitat so kommentarlos wiederzugeben, weil mir hätte klar sein müssen, dass mir dieses Zitat zugeschrieben wird“.Restle: Zitat „weder zu eigen“ gemacht, „noch hätte ich es selbst so formuliert“Gemeint ist die in der US-Publikation „The Nation“ formulierte Mutmaßung, hinter dem Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta stecke ein amerikanisch-israelisch-marokkanisches Komplott. Er habe sich „dieses Zitat weder zu eigen“ gemacht, „noch hätte ich es selbst so formuliert“, postete Restle auf der Plattform X. Gegen die „haltlosen Vorwürfe, ich würde hier Antisemitismus verbreiten“, verwahre er sich „dagegen ausdrücklich“.Das sieht auch der WDR so, der Restle für die ARD ins Studio Nairobi entsandt hat. An seiner „persönlichen Integrität“ bestehe für den WDR „keinerlei Zweifel“. Ihn „in die Nähe des Antisemitismus zu rücken“, sei „keinesfalls gerechtfertigt“. Gegen die „persönlichen und zum Teil ehrverletzenden Angriffe in der Öffentlichkeit“ nehme man Restle „ausdrücklich in Schutz“. Und man teile dessen (späte) Einsicht, dass es ein Fehler war, das Verschwörungszitat kommentarlos wiederzugeben.Dem WDR-Rundfunkrat und Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, Felix Schotland, der sich mit einem ganzen Fragenkatalog an die WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt hatte, habe man bereits am vergangenen Freitag angekündigt, dass er „nach Klärung des Sachverhaltes“ in dieser Woche eine Antwort erhalte, teilte der WDR auf Anfrage mit. Diese sollte, denken wir uns, etwas tiefschürfender ausfallen als die erste Reaktion, die sich darauf beschränkt, den Vorwurf des Antisemitismus zurückzuweisen. In Restles erstem X-Post steckt schon noch etwas drin.