Jungen bekamen demnach etwa doppelt so häufig eine Erstdiagnose wie Mädchen. Hochgerechnet betraf das 2024 rund 136.500 Jungen und 65.000 Mädchen. Zugleich stiegen die Neudiagnosen bei Mädchen um 21 Prozent binnen eines Jahres an – und damit viel stärker als bei Jungen mit gut 14 Prozent.Der Anstieg betraf demnach alle Altersgruppen, fiel aber bei Schulkindern zwischen 10 und 14 Jahren mit einem Zuwachs von 22 Prozent besonders deutlich aus. So erhielten 2024 insgesamt rund 18 von 1000 Schulkindern die Neudiagnose ADHS. Im Jahr davor waren es etwa 15 von 1000. Insgesamt bekommen Grundschulkinder am häufigsten eine ADHS-Erstdiagnose. 2024 waren es fast 24 von 1000 Kindern im Alter zwischen fünf und neun Jahren.

Womöglich hat sich das seit 2023 wieder normalisiert. Inwieweit der nun berichtete Anstieg in den Jahren 2023 und 2024 auf Nachholeffekte aus der Pandemie-Zeit zurückzuführen ist, thematisiert der aktuelle Report nicht.Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen und kann auch im Erwachsenenalter auftreten. Kinder mit ADHS haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Sie sind leicht ablenkbar und ihnen fällt es schwer, sich länger auf eine Aufgabe zu fokussieren, wenn diese sie wenig interessiert. Sie neigen zudem zu impulsivem und unüberlegtem Verhalten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei den Ursachen neben genetischen Faktoren auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.