Der britische Finanzdienstleister Revolut hat in Frankreich eine Banklizenz erhalten und kommt so ​mit seinen Expansionsplänen in Europa weiter voran. Die französische Aufsichtsbehörde ACPR ‌und die Europäische Zentralbank (EZB) hätten die Genehmigung erteilt, teilte Revolut am Montag mit. Das Fintech will nun Paris zum Hauptsitz für Westeuropa ausbauen und rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Frankreich ​einstellen. Insgesamt sollen in Westeuropa mehr als 600 neue Stellen geschaffen ⁠werden. ⁠

Bislang nutzte Revolut für sein EU-Geschäft eine litauische Lizenz. Die litauischen Behörden regulierten seit 2018 gemeinsam mit der EZB die europäischen Aktivitäten des Unternehmens. Allerdings kam es zwischen dem Fintech-Unternehmen und den europäischen Behörden zu Konflikten hinsichtlich seiner Risiko- und Compliance-Kontrollen. Die „Financial Times “ berichtete, dass die EZB Revolut wegen einiger „Mängel“ bestimmte Wachstumsbeschränkungen hinsichtlich der Produkteinführung auferlegt hatte. Beispielsweise sei die Markteinführung zu schnell erfolgt, ohne dass angemessene Risikokontrollen durchgeführt worden seien.

Französische Behörden drängten zu Lizenz Die Genehmigung aus Frankreich ist darum ein wichtiger Schritt für die Expansionspläne von Revolut. Speziell die französischen Aufsichtsbehörden hatten darauf gedrängt, dass sich der Konzern eine Lizenz sichert, um eine bessere Überwachung und Beaufsichtigung seiner Geschäftstätigkeiten zu ermöglichen, wie die „Financial Times“ berichtet. Mit 7 Millionen Kunden zählt das Frankreich-Geschäft zu den größten von Revolut in Europa.