PfadnavigationHomeRegionalesHamburgDemokratie im KlassenzimmerHamburg fordert Lehrer zum aktiven Eintreten für Menschenrechte aufStand: 12:12 UhrLesedauer: 3 MinutenHamburger Rathaus Quelle: Christian Charisius/dpa„Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie nicht neutral bleiben.“ Hamburgs Schulbehörde hat angehende Lehrer zu einem aktiven Eintreten für Demokratie und Menschenrechte aufgerufen.Hamburgs Schulbehörde hat angehende Lehrerinnen und Lehrer der Hansestadt zu einem aktiven Eintreten für Demokratie und Menschenrechte aufgefordert. „Als Lehrkraft vertreten Sie keine parteipolitische Position. Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie jedoch nicht neutral bleiben“, erklärte Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel laut einer Mitteilung bei der Vereidigung von 427 neuen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst. Wo die Würde eines Menschen infrage gestellt werde, brauche es Klarheit.„Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch“, betonte von Fintel im Großen Festsaal des Rathauses. Der sogenannte Beutelsbacher Konsens als eine Grundlage politischer Bildung verbietet Lehrkräften, junge Menschen zu überwältigen oder ihnen eine bestimmte Meinung vorzugeben. Eine demokratische Schule müsse aber dennoch deutlich machen, „wo die Grenze des Sagbaren überschritten wird und aus einer Meinung ein Angriff auf andere Menschen oder auf unsere freiheitliche Ordnung wird“.Lesen Sie auchHamburgs neue Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez hatte jüngst bei ihrem Amtsantritt von der Notwendigkeit gesprochen, dem Antisemitismus im Bildungsbereich entgegenzutreten – und bezog sich damit auf Schulen und Universitäten. Es gehe darum, betonte sie, jüdische Schülerinnen, Schüler und Studierende zu schützen und dort Wege zu finden, „den Antisemitismus in den Köpfen und in den Herzen der nichtjüdischen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer zu bekämpfen und sie dabei zu unterstützen“. Es gebe bereits Befunde vor dem 7. Oktober 2023, wonach Antisemitismus in deutschen Schulen „inzwischen eine Normalität geworden ist, und das ist erschreckend“. Mit Blick auf die Lage an Hochschulen sprach von Villiez von einem „grassierenden israelbezogenen Antisemitismus“. Hinsichtlich der aktuellen Vereidigung der neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst hieß es aus der Schulbehörde, dass es in Hamburg weit mehr Bewerbungen als Plätze gegeben habe. So hätten sich 1.062 junge Menschen um einen der 427 Plätze bemüht. In der vorherigen Runde lag das Verhältnis noch bei 393 Plätzen zu 938 Bewerbungen. Der Notendurchschnitt aus dem Studium liege derzeit bei 1,64.Stadtteilschulen und Gymnasien am begehrtestenAm begehrtesten waren abermals die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt Sekundarstufe I und II, also für Stadtteilschulen und Gymnasien. Danach folgten die Grundschulen. Der Anteil an Quereinsteigerinnen und -einsteigern sei im Vergleich zum Einstellungstermin im Vorjahr erneut auf nunmehr 3,8 Prozent gesunken.Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte, die nun 18 Monate im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung und in den Schulen ausgebildet werden, liege bei 30,2 Jahren. Die älteste Person sei 60, die jüngsten seien 23 Jahre alt. 72,6 Prozent der angehenden Lehrkräfte seien Frauen. Der Männeranteil sei jedoch wieder leicht gestiegen – im Vergleich zum Februar um 4,1 Prozentpunkte.jaw/dpa
Demokratie im Klassenzimmer: Hamburg fordert Lehrer zum aktiven Eintreten für Menschenrechte auf - WELT
„Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie nicht neutral bleiben.“ Hamburgs Schulbehörde hat angehende Lehrer zu einem aktiven Eintreten für Demokratie und Menschenrechte aufgerufen.







