Der Internetkonzern Amazon finanziert in Texas für seine Rechenzentren ein riesiges Gaskraftwerk, das leistungsstärker als alle bisherigen Anlagen in den USA werden soll. Das Unternehmen bestätigte am Freitag entsprechende Berichte. Es ist das jüngste Beispiel dafür, wie die großen Technologiekonzerne im Wettlauf um künstliche Intelligenz versuchen, sich vom öffentlichen Stromnetz unabhängig zu machen und selbst Energie für ihre Rechenzentren zu erzeugen. Gleichzeitig steigt in dem Land der Unmut über eine Vielzahl der neuen Projekte.Die Pläne wurden publik, weil das Marktanalyseunternehmen Cleanview systematisch öffentliche Genehmigungsunterlagen ausgewertet hat. Die Recherche ergab, dass drei in dieser Woche veröffentlichte Baugenehmigungen für Rechenzentren mit einem Gaskraftwerk in Verbindung stehen, das von dem Energieversorger Pacifico Energy entwickelt wird. Aus bereits zuvor eingereichten Unterlagen zum Kraftwerk geht hervor, dass die Anlage über 35 Turbinen verfügen und eine Leistung von 7,65 Gigawatt erzeugen soll – mehr als jedes derzeit in den USA betriebene Gaskraftwerk. Dementsprechend hoch ist auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Laut Genehmigung darf das Kraftwerk bis zu 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Einer Recherche der »New York Times« zufolge ist die Anlage damit potenziell der größte Verursacher von Treibhausgasen in den US. Wie Satellitenbilder zeigen, haben die Bauarbeiten in Pecos County in West Texas bereits begonnen, wie das US-Medium Distilled berichtet .