Drei Tage lang erinnert Bad Nauheim an einen der erfolgreichsten Stars der Popgeschichte. Am 14. August beginnt in der Wetterauer Kurstadt das European Elvis Festival. Es endet am 16. August – auf den Tag genau 49 Jahre nach seinem Tod. Bei der Hommage an Elvis Presley geht es nicht nur darum, sein musikalisches Erbe lebendig zu halten. Das Festival vermittelt zudem ein Stück Lebensgefühl der Fünfziger- und Sechzigerjahre.So gibt es neben Konzerten auch Modenschau, Oldtimerparade und Fan-Markt. Präsentiert werden Dinge aus dem persönlichen Nachlass von Elvis und Kunstausstellungen mit Elvis-Motiven. Kreativ-Aktionen, bei denen Besucher Shirts und Cover von Schallplatten gestalten können, Workshops und Rundgänge runden das Programm ab. All das findet im Hotel Dolce, also auf dem früheren Kurhausareal, in der Trinkkuranlage und anderen Örtlichkeiten mit Bezug zu Elvis statt.Dass dieses Festival, zu dem die Stadt mehrere Tausend Besucher aus dem In- und Ausland erwartet, ausgerechnet in Bad Nauheim stattfindet, hat damit zu tun, dass Elvis Presley von Oktober 1958 bis März 1960 seinen Wehrdienst bei den amerikanischen Streitkräften in Friedberg absolvierte, während dieser Zeit aber im mondäneren Bad Nauheim logierte.Zeitzeugen erinnern sich an den King of Rock ’n’ RollZu Gast auf dem Festival sind auch Zeitzeugen, die bei Talkshows Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit mit Elvis mit dem Publikum teilen, wie die Schauspielerin Cynthia Pepper, die in der Musikkomödie „Kissin’ Cousins“ an der Seite von Elvis vor der Kamera stand und bei den Vorbereitungen den Star hinter den Kulissen erlebte. Der Pianist Bobby Ogdin stand in Elvis’ späten Bühnenjahren an dessen Seite, war auch bei seinem letzten Auftritt 1977 dabei.Mit „Memories auf Elvis“ präsentiert der österreichische Entertainer Dennis Jale eine Bühnenproduktion, von der es heißt, dass sie weit mehr sei als eine klassische Tribute-Show. In einer After-Show-Party legt DJ Spinaround, Chris Aron, Raritäten von Schallplattensammlungen aus aller Welt auf. Eine andere Show widmet sich musikalisch verschiedenen Epochen aus Elvis’ Karriere, von ersten Auftritten in den Fünfzigerjahren bis zum Comeback in den späten Sechzigerjahren. Beliebt ist der Music Contest: ein Wettbewerb, bei dem Bands und Einzeldarsteller aus mehreren europäischen Ländern darum wetteifern, wer Elvis und seine Musik am besten und originellsten interpretiert. Bewertet werden die Darbietungen vom Publikum; die mit den besten Noten dürfen am nächsten Tag noch einmal auftreten.Aus umfangreichen Privatsammlungen zusammengetragen sind die Exponate einer Ausstellung im Kursaal des Hotels Dolce mit Originalrequisiten aus Leben und Karriere von Elvis, darunter auch scheinbar Banales wie die „Brille von der Tankstelle“, die Elvis sich veredeln ließ. Als Hommage an die ersten Nachkriegsjahrzehnte ist zudem ein Messerschmidt-Kabinenroller zu sehen. Überhaupt sind Autos aus vergangenen Jahrzehnten Hingucker beim Festival, besonders amerikanische Straßenkreuzer. Am Sonntag ist die Innenstadt eine „Shoppingmall“, von mittags an haben die Geschäfte zum Einkaufsbummel geöffnet.Nicht zuletzt können sich Besucher geführten Exkursionen durch die Stadt anschließen, um all die Orte kennenzulernen, die Bad Nauheim mit Elvis verbinden. Zu den Stationen zählt etwa das Hotel Grunewald, in dem Elvis sich zuerst einquartiert hatte. Danach wohnte der King of Rock ’n’ Roll an der Goethestraße, wo er seine spätere Frau Priscilla bei einer seiner vielen Feiern kennenlernte. An der Burgpforte entstanden die Aufnahmen für das Plattencover „A Big Hunk O’ Love“.