Feueralarm im Hochsommer am Gardasee: Wegen eines Waldbrands mussten am Wochenende in dem beliebten Urlaubsgebiet etwa 250 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Der Brand wütete auch am Sonntag noch auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens größtem See.In den ersten Stunden mussten sich neben Anwohnern auch mehrere Dutzend Touristen in Sicherheit bringen. Im Laufe des Wochenendes entspannte sich die Lage wieder. Alle Evakuierten konnten zurück. Die Ursache des Großfeuers ist noch unklar.Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers war am Freitagabend gegen 21 Uhr ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr verbreitete er sich rasant, begünstigt durch die Trockenheit der vergangenen Wochen und heftige Windböen. Anfangs wurde befürchtet, dass das Feuer auch auf die Ortschaft übergreifen könnte. Dazu kam es dann aber nicht. Mithilfe von Flugzeugen und Hubschraubern, die Wasser aus dem See holten und über den brennenden Wäldern abließen, konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Schaulustige verfolgen Szenen vom Ufer Zwischenzeitlich waren die Sorgen groß – auch, weil das lodernde Feuer am Nachthimmel über dem See für spektakuläre Bilder sorgte. Teils spiegelten sie sich auf der Oberfläche des Sees. Auch am gegenüberliegenden Ufer sammelten sich Schaulustige. Auch eine Ferienanlage musste geräumt werden. Mehrere deutsche Urlauber berichteten der dpa, dass anfangs große Ungewissheit geherrscht habe. Einer sagte: „Es hat richtig krass gebrannt. Wir wussten nicht, was wir machen sollten. Wir hatten auch keine Informationen.“ Ein Löschflugzeug bekämpft einen Brand am Urlaubsresort Tignale am Gardasee. © dpa/Jason Tschepljakow Der Gardasee gehört zu Italiens beliebtesten Urlaubsregionen. Jetzt im Sommer verbringen dort auch zahlreiche Touristen aus Deutschland ihre Ferien. In den Bergen oberhalb gibt es viel Nadelwald, der nach wochenlanger Dürre sehr leidet. Feuerwehr-Kommandant Vito Cristino sagte im Fernsehsender Rai: „Die Bedingungen für die Löscharbeiten sind nicht optimal. Es ist sehr trocken, was die Ausbreitung des Brandes begünstigt.“ Feuerwehr rechnet auch in den nächsten Tagen mit Bränden In der Nacht zum Sonntag flammten die Feuer an einigen Stellen wieder auf – auch, weil Löschflugzeuge und Hubschrauber wegen der Dunkelheit nicht mehr fliegen konnten. Am Sonntag nahmen sie dann wieder ihre Arbeit auf. Cristino sagte, vermutlich werde dies noch einige Zeit so weitergehen. „In ein paar Tagen sollten wir den Flammen aber Herr werden.“ Für die Löscharbeiten werden große Mengen Wasser benötigt, die nicht nur aus dem See, sondern auch aus privaten Swimmingpools entnommen werden.In derselben Gegend hatte es nach einem Bericht der Regionalzeitung „Giornale di Brescia“ in den vergangenen Jahren schon mehrfach schwer gebrannt. Der Bürgermeister von Tignale, Daniele Bonassi, sagte: „Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Situation zusätzlich erschwert und einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung der Flammen geschaffen.“ Seine Gemeinde erließ eine Verordnung, wonach auf ihrem Gebiet Wasser vorübergehend nur als Trinkwasser verwendet werden darf.Italien leidet seit Wochen von Nord bis Süd unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. Auch in mehreren anderen Regionen kam es zuletzt zu Waldbränden – allerdings nicht in dem Ausmaß wie in Frankreich, Spanien und Griechenland. In fast allen italienischen Großstädten gilt wegen akuter Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung aktuell Alarmstufe Rot. Der größte Fluss des Landes, der Po, führt nur noch wenig Wasser. Bis Mitte des Monats sollen die Temperaturen so bleiben. Erneut Waldbrand nahe Athen ausgebrochen Auch das beliebte Urlaubsland Griechenland kämpft in dieser Saison mit heftigen Waldbränden. Nahe der Hauptstadt Athen brach am Wochenende abermals ein Feuer aus. Mehr als 170 Feuerwehrleute und zahlreiche Löschfahrzeuge waren am Montagmorgen nahe Kouvaras, etwa 60 Kilometer südöstlich von Athen, im Einsatz, wie die Feuerwehr mitteilte. Aus der Luft wurden sie von zwei Löschflugzeugen und vier Hubschraubern unterstützt. Die Behörden ordneten die Evakuierung des Dorfes Agios Stylianos an. Heftige Windböen behinderten laut dem Fernsehsender ERT News die Löscharbeiten.Anfang des Monats hatte ein schwerer Waldbrand nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Vegetation und Dutzende Häuser im Badeort Porto Germeno zerstört. Wegen heftigen Windes mussten die Löschflugzeuge damals zeitweise am Boden bleiben, die Flammen fraßen sich über ein Gebiet von mehr als 40 Kilometern fort und konnten erst nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht werden. (dpa/AFP)
Waldbrände in Italien und Griechenland: Ortschaften am Gardasee evakuiert – neues Feuer nahe Athen
Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, bricht ein großes Feuer aus. Betroffen sind auch Touristen. In Griechenland kämpft die Feuerwehr gegen einen neuen Brand.










