Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will trotz der gestrichenen Milliardeninvestitionen die Produktionsstätte für Medikamente im rheinhessischen Alzey Ende nächsten Jahres eröffnen. Die Reduktion werde sich auf den Ausbau der Fertigungsbereiche sowie die Produktionskapazitäten beziehen, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Was das im Detail bedeute und welche Auswirkungen das auf die geplanten Stellen an dem Standort haben werde, daran arbeite das Management noch.Der US-Pharmakonzern kritisierte erneut den Kurs der Regierungskoalition: „Wir bedauern, dass die Bundesregierung das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in der vorliegenden Form verabschiedet hat“, sagte der Sprecher. „Es ist aus unserer Sicht keine Gesundheitsreform, sondern ein Spargesetz.“ Der Koalitionsvertrag weise der Pharmaindustrie die Rolle einer Schlüsselindustrie zu. Das habe Erwartungen geweckt, die die jetzige Regelung bisher nicht erfülle.

Eli Lilly verlangt Sicherheit für Investitionen„Wir verstehen, dass wir einen finanziellen Beitrag leisten müssen“, versicherte der Sprecher von Eli Lilly. „Das Ausmaß der jetzt neu entschiedenen Belastung geht jedoch deutlich zu weit.“ Das Gesetz enthalte mehrere Belastungen gleichzeitig: Mehr als eine Verdoppelung des bisherigen Herstellerabgaberabatts, verschärfte Preis-Mengen-Regelung, Rabatte auf patentgeschützte Arzneimittel, erhöhter Impfstoffabschlag.