Kameruns Präsident Biya weilt in der Schweiz, Oppositionsführer Tchiroma lebt in Gambia. Beide sehen sich als Staatschef – Platz ist nur für einen.

Issa Tchiroma am 12. Oktober 2025 bei der Stimmabgabe zur Präsidentenwahl in Kamerun. Er sieht sich als den gewählten Präsidenten

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„Sämtliche Interviews müssen mit den gambischen Autoritäten abgesprochen werden“, sagt Issa Tchiroma. Um keinen diplomatischen Eklat zu verursachen, halte er sich zurück, erklärt „der gewählte Präsident der kamerunischen Bevölkerung“, wie Kameruns Oppositionsführer sich selbst vorstellt, am Telefon in Gambias Hauptstadt Banjul. Er weiß: Jedes Wort, das er öffentlich äußert, wird in der Heimat genauestens registriert.

In Gambia lebt Issa Tchiroma, der wichtigste Widersacher des kamerunischen Präsidenten Paul Biya, seit dem 7. November 2025, streng abgeschirmt. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Kamerun am 12. Oktober 2025 hatten sich sowohl Biya als auch Tchiroma zu Siegern erklärt. Der 93-jährige Biya, seit 1982 Staatschef, behielt die Macht. Tchiromas Haus in der Stadt Garoua wurde von Soldaten abgeriegelt, um jeden organisierten Widerstand im Keim zu unterbinden. Die Regierungspartei RDPC versuchte noch zu verhandeln und bot Tchiroma das Amt des Premierministers an, doch er lehnte ab.