Entlang der Sonnenallee leben viele queere Menschen. Wie wäre es, wenn nach dem CSD-Anschlag dort überall Regenbogenflaggen gehangen hätten?
A m Montag nach dem Anschlag auf den CSD bin ich über die Sonnenallee gefahren. Wie überall in der Stadt – außer im Tiergarten – war hier business as usual. Neben der Trauer um die Opfer und die Wut über die rassistische Debatte spürte ich noch etwas anderes: die Sehnsucht nach einer Allianz, die sich nicht so einfach teilen und herrschen lässt, sondern die Hegemonie der Dominanzgesellschaft bedroht.
Was wäre, wenn nach dem größten Anschlag auf queeres Leben in Deutschland seit 1945 die Läden auf der Sonnenallee alle Regenbogenflaggen rausgehängt hätten? Nicht als Distanzierung vom Täter, sondern als Solidarität mit queeren Communitys.
Als Teil dieser Nachbar_innenschaft ist es für viele Queers zur Ehrensache geworden, sich von homonationalistischen Mythen abzugrenzen und eine klare antirassistische Haltung in eine politische Praxis umzusetzen. Und die Sonnenallee spielt in dieser Debatte immer wieder eine große Rolle. Dabei scheint sie mehrere Versionen ihrer selbst zu haben. Sie reihen sich parallel aneinander, manchmal berühren sie sich und zusammen ergeben sie ein ganzes Bild. Ein bisschen wie bei einem Regenbogen.









