Stand: 09.08.2026 • 18:34 Uhr
Seit einem Jahr ist der Familiennachzug bei subsidiär Schutzberechtigten ausgesetzt. Nur in Härtefällen dürfen Angehörige noch nach Deutschland kommen - doch kaum ein Härtefallantrag wird bewilligt. Nun kommt Kritik von der SPD.
Gut ein Jahr nach dem vorläufigen Stopp des Familiennachzugs für Geflüchtete mit eingeschränktem Status hat die SPD-Fraktion die Regelung als zu streng kritisiert. Bislang seien kaum Härtefall-Visa erteilt worden, sagte die migrationspolitische Sprecherin Rasha Nasr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Dass nur so wenige Anträge erfolgreich waren, bedeute aber nicht, dass diese grundlos gestellt worden seien. "Es liegt an den restriktiven Regelungen: Die zulässigen Trennungszeiten für Kinder und Eltern sind nicht familienfreundlich, sondern unzumutbar", so Nasr.
Wenn ein Kleinkind fünf Jahre von seinen Eltern getrennt sein dürfe, ein größeres Kind zehn Jahre, dann blieben nicht viele Härtefälle übrig. Indem für Härtefälle ein unzumutbares Einzelschicksal zur Bedingung gemacht worden sei, würden zudem Krisen wie im Gazastreifen ausgeblendet, die gleichzeitig viele Menschen beträfen, sagte Nasr.







