Der 1. FC Nürnberg hat keine Pressemitteilung herausgegeben. Niemand hat in einem amtlichen Dokument bekannt gemacht, von nun an „alles geben“ zu wollen, um „die Ziele zu erreichen“. Man weiß auch nichts von einem Schriftstück, in dem es heißt, dass es nun an der Zeit sei, „den nächsten Schritt zu machen“ und „eine neue Herausforderung anzunehmen“.Dabei ist es genau so: Ohne dass es einer Verlautbarung bedurft hätte, will der Club alles geben, um den sogenannten nächsten Schritt zu machen. Und das Ziel lässt sich auch dann erraten, wenn man etwas weniger als 16 Tore bei Weltmeisterschaften geschossen hat: Die neue Herausforderung soll „Bundesliga“ heißen. Eine Idee, die 34 Etappen erfordert – und die erste hat der FCN nun hinter sich gebracht.Am Sonntag besiegten die Nürnberger die SG Dynamo Dresden mit 3:0 und deuteten dabei nicht nur an, dass in dieser Saison mit ihnen zu rechnen sein muss. Im nunmehr achten Jahr der Zweitklassigkeit scheint es nun tatsächlich eine günstige Zeit zu sein, um nach Höherem zu streben. Im Mai ist der große FC Schalke 04 aufgestiegen, ein Jahr zuvor der nicht viel kleinere 1. FC Köln und der Hamburger SV, der zwar lange ziemlich viel dafür getan hat, sich selbst auf Zweitliga-Normalmaß zu stutzen, sich dann aber doch wieder seiner eigentlichen Größe erinnert hat.So ist ein Vakuum entstanden, in das zwar der VfL Wolfsburg mit seinem Abstieg aus der Bundesliga gestoßen ist – aber sonst? Muss sich der Club hinter dem 1. FC Kaiserslautern anstellen? Hinter Hannover 96? Hinter Hertha BSC? Auch die Wolfsburger Mitabsteiger 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli haben nichts besonders Furchteinflößendes an sich, und so machen sie sich in Nürnberg mindestens hinter vorgehaltenem Fuß Hoffnungen, in diesem Jahr selbst an der Reihe zu sein.Seit 2024 hat Klose einer ganzen Reihe an Talenten zu einem Karrieresprung verholfen, nun ist es für den gesamten Verein an der Zeit, dem Mittelmaß zu entkommenDass das nicht an den Haaren herbeigezogen ist, zeigte sich am Sonntag. Es waren zwar die Gäste aus Dresden, die durch Jakob Lemmer nach nur acht Sekunden zum ersten Mal zum Abschluss kamen, doch nach acht Minuten lag der Ball auf der anderen Seite im Netz: Mohamed Ali Zoma hatte ein Dribbling mit einem satten Flachschuss aus zwölf Metern abgeschlossen – das 1:0 für Nürnberg und, wie sich im Laufe des Spiels zeigen sollte, der Vorbote eines vielversprechenden Auftritts.Mit Ausnahme einzelner Szenen wirkten die Nürnberger sehr gefestigt, die Abläufe eingespielt. Und mit Zoma haben sie einen Spieler in ihren Reihen, der schon in der vergangenen Saison mit 14 Toren von sich reden machte und nun auch gegen Dresden die Hauptrolle spielte: Kurz vor der Pause war Zoma ein zweites Mal zur Stelle und drückte den Ball nach einem Lattentreffer von Tim Janisch über die Linie.Erst Mitte der zweiten Hälfte, als Dresden mit dem Mute der Verzweiflung in die Offensive ging, zeigte sich, dass es alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, denselben Weg wie Schalke, Köln und der HSV zu beschreiten. Nürnberg wankte, doch nach nur fünf Minuten war diese Phase auch schon wieder verflogen: Zoma scheiterte zwar per Elfmeter an Dresdens Torwart Tim Schreiber, traf aber im Nachschuss. Damit war die Partie eine Viertelstunde vor Schluss entschieden. Es sollte ein Nürnberger Auftakt nach Maß werden. Wer dann auch noch bedenkt, dass sich Trainer Miroslav Klose in den vergangenen zwei Jahren einen Namen als Entwicklungshelfer gemacht hat, darf einiges von dieser Mannschaft erwarten.Seit 2024 hat Klose einer ganzen Reihe an Talenten zu einem Karrieresprung verholfen, nun ist es für den gesamten Verein an der Zeit, dem Mittelmaß zu entkommen. Ein offizielles Saisonziel haben sie am Valznerweiher zwar nicht herausgegeben, doch Klose macht kein Geheimnis daraus, dass seine Spieler „nach oben schauen“ und er selbst „genauso selbstbewusst“ und „sehr, sehr ehrgeizig“ sei. Übersetzt heißt das: In zwölf Monaten soll es nicht mehr unbedingt Dynamo Dresden sein, das zum Saisonauftakt ins Max-Morlock-Stadion kommt.Schon in den vergangenen Jahren machte der Club Saison für Saison zwei Plätze gut. 2022/23 wurde er Vierzehnter, dann Zwölfter, Zehnter und zuletzt Achter. Aber warum sollte man jetzt bloß den sechsten Rang anpeilen, wenn auch der vierte oder gar der zweite nicht mehr vollkommen unrealistisch erscheint?Man muss sich nicht dafür schämen, wenn Vereine wie Energie Cottbus, Arminia Bielefeld und Eintracht Braunschweig vorbeikommen, aber uffrechender ist’s hald scho, wenn es gegen Bayern, Dortmund und Stuttgart geht.Einen Anfang hat der Club nun gemacht mit seinem ersten Auftaktsieg seit 2019. Auch damals hieß der Gegner übrigens Dynamo. Die Nürnberger waren gerade aus der Bundesliga abgestiegen, nun soll der Dresden-Sieg der Beginn eines Weges sein, der in die andere Richtung führt.
2. Bundesliga: 1. FC Nürnberg nach Auftaktsieg gegen Dresden
Der 1. FC Nürnberg startet mit einem 3:0 Sieg gegen Dynamo Dresden in die Saison und strebt den Aufstieg in die Bundesliga an. Trainer Miroslav Klose fördert Talente und setzt auf ehrgeizige Ziele.











