Die Nutztierarche Swiensgaarn im niedersächsischen Alfeld kämpft mit Auflagen des Veterinäramtes. Die Besitzer sind kurz davor, aufzugeben. Ein Besuch.

W enn man die Ferkel mit fliegenden Ohren neben Heike Haubrok durch die Stallgasse nach draußen traben sieht, wähnt man sich für einen Moment in einem längst ausgestorbenen Bauernhofidyll. Hier hätte auch der Film „Ein Schweinchen namens Babe“ gedreht werden können.

Allerdings unterscheiden sich Haubrocks Ferkelchen auf ihrem Hof in Limmer bei Alfeld in Niedersachsen optisch ein wenig vom rundum rosigen Filmschweinchen. Sie sind in unterschiedlichen Ausprägungen rot-braun gefärbt und nur in der Mitte, auf Höhe der Schultern rosa. Sie gehören einer alten Haustierrasse an, die schon einmal ausgestorben war und erst in den 1980er Jahren durch Rückkreuzungen und Neuzüchtungen wieder hergestellt werden konnte: dem rot-bunten Husumer, die zu den Sattlerschweinen gehören und auch auf den grundsympathischen Namen „Dänisches Protestschwein“ hören.

Gezüchtet wurden sie bevorzugt von der dänischen Minderheit in Schleswig, denen Ende des 19. Jahrhunderts das Hissen ihrer Flagge verboten wurde. Aus Protest hielten sie dann eben Schweine, deren Zeichnung an den rot-weißen Danebrog erinnerte.