Der Waldbrand am Westufer des Gardasees, der in den Bergen über der Ortschaft Tignale rund 50 Hektar Wald zerstört hatte, konnte am Samstag weitgehend eingedämmt werden. Weil sich die Flammen rasch ausgebreitet hatten, waren am späten Freitagabend gut 200 Menschen aus der Gefahrenzone in Sicherheit gebracht worden. Auch das Hotel „Residence Panorama La Forca“ sowie weitere Unterkünfte für Urlauber hatten evakuiert werden müssen. Die Anwohner und Urlauber konnten im Laufe des Samstags in ihre Häuser, Wohnungen und Zimmer zurückkehren.Die Behörden der Region Lombardei und der Provinz Brescia am Westufer des Gardasees hatten drei Canadair-Löschflugzeuge sowie einen Hubschrauber der italienischen Feuerwehr zur Unterstützung der Einsatzkräfte am Boden in dem unwegsamen und steilen Gelände angefordert. Es war vor allem dem Einsatz der im Minutentakt im See Wasser aufnehmenden und über den Brandherden abwerfenden Flugzeuge zu verdanken, dass das am Freitag ausgebrochene Feuer noch in der Nacht zum Samstag weitgehend eingedämmt werden konnte.Am späten Samstagnachmittag begaben sich rund zwanzig Freiwillige des Zivilschutzes und des Waldbrandbekämpfungskommandos der Berggemeinschaft Vallecamonica in das betroffene Gebiet, um letzte Brandnester zu bekämpfen.Samstag in Italien: Die Feuerwehr löscht Feuer auf dem Gebiet der Gemeinde am Westufer des Gardasees.dpaRund um die Wallfahrtskirche Madonna di Castello hätten sich „erschreckende Szenen“ abgespielt, schilderte der Bürgermeister von Tignale, Daniele Bonassi, dem „Giornale di Brescia“. Die Bäume und das Unterholz rund um die Kirche, die im Wald über dem See aufragt, seien „vom Feuer verschlungen“ worden. Die Flammen seien vom auflandigen Wind angefacht worden und hätten sich in alle Richtungen verbreitet, sagte Bonassi. Die Nadelhölzer in dem Bergwald und das trockene Unterholz boten den Flammen reichlich Nahrung.In der Nacht zum Sonntag flammten die Feuer an einigen Stellen wieder auf – auch, weil Löschflugzeuge und Hubschrauber wegen der Dunkelheit nicht mehr fliegen konnten. Am Sonntag nahmen sie dann wieder ihre Arbeit auf. Feuerwehr-Kommandant Vito Cristino sagte, vermutlich werde dies noch einige Zeit so weitergehen. „In ein paar Tagen sollten wir den Flammen aber Herr werden.“Der Gardasee gehört zu Italiens beliebtesten Ferienregionen. Im Sommer verbringen viele Urlauber, auch aus Deutschland, dort ihre Ferien. Derzeit hat die vierte Hitzewelle des Sommers das ganze Land im Griff. Außerdem leiden die Poebene und andere Landesteile unter einer Dürre. Nach Angaben der Meteorologen sollen die hohen Temperaturen und auch die erhöhte Luftfeuchtigkeit bis über den Feiertag Ferragosto beziehungsweise Mariä Himmelfahrt am 15. August hinaus anhalten.
Waldbrand am Gardasee ist unter Kontrolle
Fünfzig Hektar Nadelbaumwald sind in Tignale am Westufer des Gardasees abgebrannt. Inzwischen gibt es Entwarnung. Wie hat die Feuerwehr den Brand so schnell unter Kontrolle gebracht?











