Seit Jahren versuchen sich die wichtigsten Tennisturniere der Welt auszustechen. Dabei geht’s weniger ums Sportliche als um die Frage: Welches Grand-Slam-Turnier ist das größte, reichste, meistbesuchte? Regelmäßig vermeldet eines nach dem anderen eine neue Bestmarke, demnächst wieder die US Open als gigantische Dollardruckmaschine.Nun nehmen die Australian Open den Turbo aus dem Kapitalismus. Bisher konnte auf die Tennisanlage in Melbourne kommen, wer wollte, sofern er 35 Euro Eintritt bezahlte: Im vergangenen Januar strömten knapp 1,4 Millionen Besucher herbei, die zwar Unsummen für Essen, Trinken und Fanartikel ausgaben, aber vom Tennis nicht viel mitbekamen.An den Showcourts mit nur wenigen Hundert Tribünenplätzen stehen regelmäßig so viele Menschen draußen in der Schlange, wie drinnen sitzen. Dass die Melbourner Veranstalter den Fluch des Erfolges stoppen und nur noch eine beschränkte Anzahl von Tickets verkaufen wollen, um Karteninhabern ein ungetrübtes Sporterlebnis zu verschaffen, ist unbedingt zu loben.Vielleicht hören ja auch gierige Fußballfunktionäre mal den Schuss, dass ungezügeltes Wachstum nicht nachhaltig ist und Grenzen hat.
Australian Open: Ticketgrenze für besseres Tenniserlebnis
Die Australian Open treten auf die Wachstumsbremse: Statt endloser Besucherschlangen soll eine Ticketgrenze für echten Tennisgenuss sorgen. Fußballfunktionäre sollten sich ein Beispiel daran nehmen.






