Winterlinde in Großpörthen: Ein idealer Standort für den Pranger
[M] DER SPIEGEL; Fotos: Andreas Roloff / nationalerbe-baeume.de
Etwa 40 Kilometer südlich von Leipzig führt eine schmale Straße vorbei an Wiesen und Äckern ins alte Dorf Großpörthen. Gutshäuser, die hier einst von bäuerlichem Reichtum kündeten, scheinen seit Langem verwaist zu sein, ihre Fenster und Türen sind teils zugenagelt. Von braun-grauen Wänden bröckelt der Putz, ein Dachstuhl ist eingestürzt, ein Garten liegt voll mit ausrangierten Möbeln und rostigen Rohren.
Der mehr als 900 Jahre alte, landwirtschaftlich geprägte Ort hat bessere Zeiten erlebt; in den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Höfe aufgegeben, etliche Menschen zogen fort. Mittlerweile hat Großpörthen nur noch 90 Einwohner und wirkt nahezu ausgestorben. Nur ein greiser Mann sitzt an diesem schwülen Sommernachmittag im Juli 2026 auf einem Klappstuhl und beobachtet, wer vorbeispaziert – etwa in Richtung des geheimnisvollen Baumes, der neben der Dorfkirche auf einer kleinen Wiese steht und einen Anblick bietet, den man nicht so schnell vergisst.
Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+






