PfadnavigationHomeRegionalesHessenWo Hessens Städte gießen – und wo nichtStand: 04:07 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Grünflächen in Hessens Städten leiden unter der Trockenheit. (Archivbild)Quelle: Hannes P. Albert/dpa«Flächendeckende Bewässerung ist weder personell möglich noch ökologisch vertretbar.» Was machen Hessens Städte für ihre Grünflächen?Vom blühenden Grün der Park- und Grünanlagen in Hessens Innenstädten bleibt während der Sommermonate wenig übrig. An die verdorrten Sträucher und die verbrannten Rasenflächen hat sich das Auge beinahe gewöhnt. Wie es öffentlichen Grünflächen im Sommer ergeht, liegt aber nicht nur an der unermüdlichen Trockenheit, sondern auch an der Pflege der hessischen Städte.«Eine flächendeckende Bewässerung ist weder personell möglich noch ökologisch vertretbar», sagt etwa ein Sprecher der Stadt Kassel der Deutschen Presse-Agentur. Die Kommune bewässert insbesondere Jungbäume bis zum fünften Standjahr, gibt das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel an. Demnach werden ältere Bäume sowie Strauch-, Stauden- und Rasenflächen nicht regelmäßig bewässert.Insgesamt müsse die Stadt Kassel Wasserverbrauch, Kosten und ökologischen Nutzen gegeneinander abwiegen, sagt das Umwelt- und Gartenamt und unterstreicht: «Die Stadt Kassel verfolgt das Ziel, das öffentliche Grün auch unter zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen zu erhalten.»Kosten in Frankfurt steigen auf fast eine halbe MillionAuch in der größten Stadt Hessens, Frankfurt am Main, spielen die Kosten bei der Bewässerung eine immer größere Rolle. Während es 2021 noch 187.000 Euro waren, kletterten die Kosten für die Bewässerung im Jahr 2025 auf 445.000 Euro, sagte Christian Dienst vom Grünflächenamt Anfang Juli der dpa. Um den Einsatz von Trinkwasser für die Bewässerung zu reduzieren, greife das Grünflächenamt auf sogenanntes Betriebswasser zurück. Dies entstamme etwa dem Grundwasser, dem Main, Tiefbrunnen oder Zisternen.In Hanau helfen neben Zisternen auch sogenannte Baumrigolen, unterirdische Systeme zur Regenwasserversickerung, bei der Bewässerung. Offenbach bemüht sich bei der Neupflanzung, hitze- und trockenheitstolerante Arten zu pflanzen, berichtet der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach.Solche Arten bevorzugt auch die Stadt Darmstadt und betont: «Das ist die beste Hitzevorsorge.» Es werde nicht weniger bewässert als früher, stellt die Kommune klar – bei den Stadtbäumen sogar mehr. Diese hätten aber einen «besonders großen Effekt auf das Stadtklima».Sensoren sollen Abhilfe verschaffenTrockenheitsschäden verschwinden bei Bäumen nicht per Zauberhand, deshalb wolle man sie unbedingt vermeiden. Alleine das Bewässern der Stadtbäume koste laut Angaben der Stadt Darmstadt pro Saison mindestens 260.000 Euro. Bei dem Rasen in den Grünanlagen und Parks vertraue man dagegen auf einen natürlichen Regenerationseffekt. «Er ist gewissermaßen ein treuer Begleiter», sagt die Stadt Darmstadt.Wer gezielt bewässern will, der muss auch wissen, wie sehr die Pflanzen von der Trockenheit bedroht sind. Deshalb erprobt die Stadt Frankfurt mit dem sogenannten News-Projekt den Einsatz von Sensoren, die den Wasserbedarf von Bäumen ermitteln könnten. Auch im Süden Hessens, in der Stadt Darmstadt, hat das Grünflächenamt ein Messnetz mit 50 Sensoren über das Stadtgebiet ausgerollt.dpa-infocom GmbH