Monkey Dust heißt eine neue Droge, die den Markt erobert. Sie ist billig und macht sehr schnell abhängig. Wie gefährlich sie ist, zeigen die Geschichten von Adele und Yiğit.

E s ist kurz nach 12 Uhr mittags und Adele hat noch nicht geschlafen. Sie sitzt aufrecht auf einer Bank im Bülow-Eck in Berlin-Schöneberg, ihre Augen sind hinter einer schmalen Sonnenbrille versteckt. Gerade hat sie noch versucht, das High mit Weißwein einzudämmen. Um sie herum löffeln Menschen Cornflakes, andere rollen sich auf den Sofas zusammen und schlafen direkt ein.

Das Kontaktcafé des Drogennotdienstes ist eine erste Anlaufstelle für Menschen aus der offenen Drogenszene in Berlin. Die meisten von ihnen sind obdach- oder wohnungslos. Das Bülow-Eck, ein großer Eckladen mit Küchentresen, Sofas und Tischen, gibt es seit vier Jahren. Seitdem werden Menschen hier beraten, bekommen saubere Spritzen, Pfeifen, Klamotten, eine Dusche und ein warmes Mittagessen.

Aber im vergangenen Jahr habe sich etwas verändert, sagt Julian Diederich. Der Sozialarbeiter, ein junger Mann mit Schnauzer und Tattoos, leitet die Einrichtung. Anfang 2025 hätten sie zum ersten Mal von Monkey Dust gehört, einer neuen Droge, die sich in der Gegend ausgebreitet habe. Im Spätsommer 2025 merkten sie, dass mehr Leute nach Metallpfeifen fragten, mit denen Monkey Dust geraucht wird. Nicht mehr nach Glaspfeifen für Crack. Seitdem „geht es richtig ab“, sagt Diederich. Die Metallpfeifen sind an diesem Tag Ende Mai aus.