Besonders drastisch veränderte sich die Situation in jener Lebensphase, in der Menschen gewöhnlich Familien gründen. Bei den 30- bis 34-jährigen Männern kletterte der Anteil der Kinderlosen seit 1980 von 42 auf 69 Prozent. In der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen stieg die Quote von 22 auf 54 Prozent – somit ist mehr als jeder zweite Mann in diesem Alter kinderlos.Ohne feste Partnerschaft durchs LebenParallel zur sinkenden Vaterschaft geht auch der Anteil fest gebundener Männer zurück. Laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden lebten 1986 noch 93 Prozent der Männer in einer festen Partnerschaft. Bis zum Jahr 2024 fiel dieser Wert um 14 Prozentpunkte auf 79 Prozent.
Soziologen sehen vor allem veränderte Rahmenbedingungen als Ursache für diese Entwicklung. Claudia Rahnfeld, Professorin für Angewandte Sozialwissenschaften an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, verweist auf strukturelle Hürden bei der Familiengründung. Finanzielle Stabilität, eine gefestigte berufliche Position und geeigneter Wohnraum verlagerten sich bei vielen Männern zeitlich nach hinten. Das führe dazu, dass der Wunsch nach eigenen Kindern häufig unerfüllt bleibe. »Wenn wir Kinderwunsch und Realisierung des Kinderwunsches nebeneinanderstellen, muss man sagen, sind es schon oft die schwierigen Rahmenbedingungen, die es heute gibt«, sagt Rahnfeld.










