PfadnavigationHomePanoramaMarburg23-Jähriger stirbt beim nächtlichen Schwimmen in der LahnStand: 09:58 UhrLesedauer: 2 MinutenBlick auf historische Häuser von Marburg an der LahnQuelle: picture alliance/imageBROKER/Roland BrackEin 23-Jähriger geht in Marburg nur wenige Meter in die Lahn und taucht nicht mehr auf – der Fall reiht sich in eine Serie tödlicher Badeunfälle in deutschen Binnengewässern ein.Ein 23 Jahre alter Mann ist in Marburg beim Schwimmen in der Lahn ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, ging der Mann am Freitagabend gegen 23 Uhr im Bereich des Elisabeth-Blochmann-Platzes ins Wasser, ging nach wenigen Metern unter und tauchte nicht mehr auf.Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei leiteten nach einem Notruf umgehend Suchmaßnahmen ein. Rund 25 Minuten später sei der Mann bewusstlos aus dem Fluss geborgen worden, hieß es. Reanimationsmaßnahmen seien erfolglos geblieben.Wegen zahlreicher Schaulustiger sperrte die Polizei den Angaben zufolge die Lahntreppen und eine Fußgängerbrücke ab. Die Ermittlungen zu den Umständen des Unglücks dauerten zunächst an.Lesen Sie auchErst vor wenigen Tagen gab die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt, dass bundesweit bis einschließlich Juli mindestens 261 Menschen in den Gewässern ums Leben gekommen sind. Das sind nach aktuellem Stand bereits 15 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Insbesondere im Juni kam es zu einem dramatischen Anstieg an Unfällen. Über 100 Opfer gab es im Monat Juni zuletzt im Jahr 2003“, berichtete DLRG-Präsidentin Ute Vogt.Rund 90 Prozent der Todesfälle in Deutschland ereigneten sich in frei zugänglichen Gewässern im Binnenland. „Die Zahlen zeigen wieder einmal, dass es besonders dort lebensbedrohlich wird, wo zumeist keine Rettungskräfte vor Ort sind, die im Notfall schnell Hilfe leisten können“, so Ute Vogt.Das fordert die DLRGDie allermeisten jüngeren Opfer sind männlich. DLRG-Präsidentin Vogt sieht darin eine Folge „von leichtsinnigem Verhalten – oft in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen“. Bei Älteren kämen gesundheitliche Probleme dazu, bei Kindern mangelnde Schwimmkompetenz. „Wir gehen davon aus, dass weiterhin die Mehrheit der Kinder die Grundschule verlässt, ohne ein Schwimmabzeichen abgelegt zu haben, beziehungsweise das zu können.“Lesen Sie auchUm die Zahl der Toten zu verringern, braucht es aus Sicht der DLRG mehr Aufklärung über die Gefahren beim Baden und Schwimmen. Ute Vogt: „Der Schlüssel zu weniger Ertrinkungsunfällen ist wie in so vielen Bereichen des Lebens das nötige Wissen. Wer sich der Gefahren bewusst ist, geht seltener ins Risiko.“dpa/jm