Der Chef des Mossad, Roman Gofman, hat die Leiter der Geheimdienstdirektion und der Iran-Abteilung entlassen. Das berichtete der israelische Sender Channel 12. Hintergrund seien die gescheiterten Bemühungen, die Staatsführung in Teheran zu stürzen.

Laut Haaretz war die Entscheidung mit beiden Beamten abgesprochen, sie hätten zugestimmt. Die interne Aufarbeitung der Iran-Operation ist aber noch nicht abgeschlossen. Beide bleiben im Mossad, verlieren aber ihre Führungsposten. Der Leiter der Einflussdirektion, der die Operation geleitet hatte, war schon im Juni entlassen worden, gleich zu Beginn von Gofmans Amtszeit.

Vorwurf: Bauernopfer für Netanjahu

Eine mit den internen Entscheidungsprozessen vertraute Person kritisierte die Entlassungen gegenüber Haaretz scharf. Gofman selbst sei als früherer Militärsekretär Netanjahus einer der wichtigsten Befürworter des Plans gewesen, die Staatsführung in Iran zu stürzen. Mit den Entlassungen wolle er nun helfen, Benjamin Netanjahu von der Verantwortung für das Ausbleiben des Umsturzes zu entlasten, so die Quelle.

Der Plan sei dabei nicht gescheitert, sondern schlicht nie umgesetzt worden, weil ihm die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump gefehlt habe. Verantwortlich für eine solche Freigabe sei der Regierungschef, nicht die Mossad-Führung, erklärte die Quelle weiter. Die Entlassungen bezeichnete sie als feigen Akt und als fehlende Rückendeckung für Mitarbeiter, die der Sicherheit Israels über Jahre gedient hätten.